Brief aus Taiwan

Jochen Schmidt über die Zukunft von Lin Hwai-min

Tanz - Logo

Es ist das Jahr, in dem das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan seinen 35. Geburtstag feiert. Kurz nach dem chinesischen Neujahrsfest im Februar brannten das Studio sowie der Fundus des berühmten Ensembles ab (wir berichteten). Bühnenbilder und Kostüme vieler wichtiger Produktionen wurden zerstört. Eine Welle der Hilfsbereitschaft ging durchs Land. Spenden von mehr als zehn Millionen US-Dollar reichen nun nicht nur für den Neubau des Studios, sondern auch für ein eigenes kleines Theater auf einem neuen Gelände: jenseits des Flusses Tan Shui oberhalb von Taipeh.

Das Grundstück gehört der Stadt. Sie vermietet es auf dreißig Jahre an Cloud Gate für einen symbolischen Betrag. Doch vor 2009 kann der Bau nicht beginnen, vor 2010 ist nichts fertig. Bis dahin wird improvisiert.

Im Moment probt Lin Hwai-min das zwei Jahre alte «Wind Shadow» für die Europapremiere bei Pina Bauschs Festival in Wuppertal am 22. November – in seiner Geburtsstadt Chiayi. Dort im Landesinneren steht das vorzüglich ausgestattete Performing Arts Centre. Lin sagte, er könne sich seinen Lebensabend als Leiter dieses Centres durchaus vorstellen. Es stehe ja meistens leer. Es ist nur ein Scherz.

«Wind Shadow» hatte eine ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2008
Rubrik: Brief, Seite 49
von Jochen Schmidt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Fundamental-Skandal um Bauchtanz

Die Ägypterin Dina Talaat Said Mohamed Mohamed, in Rom geboren und am Nil aufgewachsen, ist für gewagte Kostüme und zahllose Skandale bekannt. Die mehrfach Geschiedene, die ihr Alter nicht sagt, gehört in der ägyptischen Tanzszene zu den Spitzenverdienerinnen. Zuletzt sorgte die Mutter eines 8-Jährigen für Schlagzeilen bei einem Auftritt vor Abiturienten – sie...

Déjà Donné: «A Glimpse of Hope»

Das Geschlecht ist ein soziales Konstrukt, das es zu dekonstruieren gilt. Was wir in den 1990er Jahren (Judith) Butler-brav theoretisch paukten, dürfen wir heute begucken: Die Tanzbühne der in Italien ansässigen Gruppe Déjà Donné ist postfeministisches Schlachtfeld. «A Glimpse of Hope» – diese Hoffnung ist weiblich. Die im Düsseldorfer tanzhaus nrw uraufgeführte...

Diaghilevs Töchter

Es war einmal ... da hätte die Antwort auf die Frage, wer im Tanz die Strippen zieht, geheißen: die Männer. Die Impresarios. Die Sorte Sergej Diaghilev. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts gründete der legendäre Impresario die Ballets Russes und revolutionierte – mit dem Tänzer Vaslav Nijinsky als berühmtestem Pferd im Stall – das Ballett. Man darf auch an Paul...