Brief aus Salamanca
Ein gepfefferter Leserbrief. Ein Pamphlet in der Lokalzeitung, sehr aggressiv. Unter dem schlichten Titel «Reflexiones sobre el festival de las artes» ballern die Verteidiger des kulturellen Erbes aus allen Rohren. Unerhört, für das Kulturfestival in Salamanca Jahr für Jahr im Hof der Casa de las Conchas, einem venezianisch anmutenden Palast aus dem 16. Jahrhundert, nächtliche Konzerte zu veranstalten und das schöne Bauwerk durch Bartresen samt Schankanlage zu entstellen. Auch die Nachtruhe sei dahin. Um Mitternacht ...
Sind wir hier in Spanien? Verschlafenes Salamanca, die Künste halten Einzug, um dich zu wecken!
Lesen wir weiter im Brief der «Bürgerinitiative zur Verteidigung des Kulturguts»: Die schöne Plaza Mayor, rundum von entzückenden Arkaden gesäumt, sei nun wirklich nicht der rechte Ort für Großspektakel, wo Tänzer an Kränen hängend durch die Luft schweben. So unterstreicht man ungewollt, wie sehr Salamanca trotz seiner 30 000 Studenten aus ganz Europa eine Insel ist, eine Provinzstadt mit Weltkulturerbe. Wer käme auf die Idee, hier eins der hochkarätigsten Festivals Europas aus dem Boden zu stampfen? Wer, außer der konservativen Regierung der Provinz Castilla y León, die ...
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Itzik Galili gibt seine Kompanie Galili Dance auf. Mit seinem letzten Programm «Mirage» verabschiedet er sich nach elf Jahren aus Groningen. Die Kompanie bleibt weiter als Noord Nederlandse Dans unter der neuen Leitung von Stephen Shropshire bestehen. Der gewohnte Zusatz Galili Dance fällt für die Kompanie der drei holländischen Nordprovinzen jetzt weg. Denn...
Südafrika. Wellblechhütten, Townships. Das sind Millionenstädte, die in der Apartheid wuchsen. Ausufernde Arbeitermetropolen, endlose Landschaften aus Hütten und Märkten, verbunden mit Eisenbahnlinien und Highways, um Arbeitskraft in Minen und Fabriken zu transportieren. Bis das Fass überlief, und das Geld nach dem Ende der Apartheid aus dem Land floh. Hector...
Das ist vertraut: Harter unbeweglicher Boden, darauf ein vergleichsweise weicher beweglicher Tänzerkörper, der seine kostbare Biegsamkeit gern auch mal auf den widerständigen Untergrund krachen lässt. Aber keinesfalls hopst der zeitgenössische Künstler-Leib. Gehüpft wird nicht mehr, höchstens mal «drübergehüpft», wenn ein Tisch oder sonstiger Zivilisationskram...
