braunschweig: Jan Pusch «Bingo?»
Haben sie das große Los gezogen? Jan Pusch, für drei Jahre Tanzdirektor am Staatstheater Braunschweig, würfelte in vielen Auditions sein völlig neues Team von 16 Tänzern zusammen. War ihre Entscheidung richtig, Puschs Angebot anzunehmen? Haben sie Pech mit einem gezerrten Muskel, einer beleidigten Bandscheibe?
Im Tanzstück «Bingo?» thematisiert der Choreograf die Unwägbarkeiten seines Neustarts.
Bringt er ihm und dem Ensemble Glück und Erfolg? In der Kunst mit der höchsten Kontrolle über den Körper bleibt vieles unkontrollierbar – Karriere und Leben sind nur bis zu einem gewissen Grad planbar. Wie jede Choreografie auch.
Von Abend zu Abend ändert sich die Besetzung von «Bingo?». Es tanzt immer nur die Hälfte des Ensembles; darum gab’s gleich zwei Premieren. Ein Suchscheinwerfer gleitet über den mit Glückslosen oder Wunschzettelchen bedeckten, später spiegelglatten Boden und bringt Bewegung in Geelke Gayckens von hellen Wänden begrenzten Raum. Der Lichtstrahl erfasst die erste Tänzerin, Bettina Bölkow. Sie verfängt sich hys-terisch in den Sätzen und Gesten ihres Solos, wird von den anderen unterbrochen. Lässig reißt Jared Marks die Szene an sich und gibt – als Parodie des ...
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