billinger & schulz: «Violent Event»
«Wenn uns Leute kennenlernen, fragen sie immer, ob wir ein Paar sind.» Denn Verena Billinger und Sebastian Schulz gibt es meist nur im Doppelpack: als Choreografen. Dafür reicht ein einfaches Billinger & Schulz, alphabetisch geordnet. Das mit dem «Paar» geht eigentlich keinen was an. Nicht umsonst haben sie über die Frage an der Grenze zur Privatsphäre und mögliche Antworten an der Grenze zur Wahrheit schon ein Stück gemacht. «First Life – ein Melodram» (2013). Der Satz, «wenn uns Leute kennenlernen ...», kommt darin mehrmals vor.
Vielleicht sind sie ein Paar, vielleicht nicht, wer weiß. Auf der Bühne, in der Wirklichkeit des Theaters sind sie ja ohnehin nicht sie selbst, oder doch, oder nur teilweise?
In dieser schönen Zone, die nicht grau, sondern bunt ist, siedeln Billinger & Schulz alle ihre Performances an. Damit sind sie, auf ihre unspektakuläre Weise, weit gekommen. Bis zum Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen in der Sparte Tanz, bis zur dreijährigen Spitzenförderung des Landes und bis zur «Tanzplattform Deutschland 2016». Der Weg der beiden begann in Düsseldorf-Gerresheim. Auf dem Gymnasium weckte eine bewundernswert engagierte Lehrerin ihre Theaterlust. Kontakte zum ...
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Tanz März 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Melanie Suchy
deutschland
On tour
Ballet Revolución mit neuer Show: Moves zwischen Ballett und Streetdance treffen auf den Live-Sound internationaler Club-Hits, auf Pop, R&B, Hip-Hop und lateinamerikanische Rhythmen: Hamburg, CCH, 1.–6. März; Bremen, Musical Theater, 11.–13. März; Berlin, Admiralspalast, 15.–20. März; Duisburg, Theater, 22.–27. März; Frankfurt am Main, Alte...
Man kann darüber streiten, ob die tanzbewegte Clubkultur bloß eine eskapistische Dauerparty für gesellschaftlich früh Emeritierte ist oder doch eher eine vielversprechende Parallelwelt und damit gelebte Utopie. Klar ist: Zwischen Ballermann und Berghain existieren prinzipielle Unterschiede – auch in den Musik- und Bewegungskonzepten der Besucher.
Der aus Österreich...
Glück war Dmitri Schostakowitsch bei Stalins Parteiobrigkeit mit seinen drei sowjetischen Balletten nicht beschieden: Alle wurden sie im Zuge der Formalismus-Anwürfe nach 1936 verboten. Hatte «Das goldene Zeitalter» fast zwei Dutzend Reprisen, kam «Der Bolzen» nicht über die Premiere hinaus; «Der helle Bach» wurde von der «Prawda» gar als «Ballett-Betrug»...
