bielefield: methusalem
Kinder, wie die Zeit vergeht! «Ich war immer die Jüngste im Ensemble», klagt Brigitte Uray: «Jetzt bin ich die Älteste.» Sagt’s und steht dabei am Ende einer Reihe, die sich dem Jahrgang nach staffelt. Natürlich sieht man ihr das Alter nicht an, und deshalb positioniert sie sich innerhalb der Gruppe so, wie sie sich fühlt. Am anderen Ende der Reihe.
Jeder hält sich für jünger, als er ist. Doch die Zeit vergeht, und das Rad dreht sich auch im Theater Bielefeld unaufhörlich. Genauer gesagt: die Bühne, die die ganze Vorstellung über kaum einmal zur Ruhe kommt.
Noch ganz in Schwarz und in Schuhen, kämpfen die neun Tänzer und Tänzerinnen dagegen an, kraftvoll, dynamisch, formbewusst – fast so wie in einer Choreografie von Anne Teresa De Keersmaeker, und doch ganz anders.
Gregor Zöllig gibt schließlich «in Zusammenarbeit mit den Tänzern» nicht irgendeine Struktur vor, die es zu entwickeln gilt. In «Methusalem oder Warum die Zeit schneller vergeht» hat er sich zum Abschied vielmehr eines Themas angenommen, in das die meisten Mitglieder seines Ensembles erst noch hineinwachsen müssen. Erprobt haben sie das Alter im Zuge einer Recherche, zu der auch die Anprobe eines «Simulationsanzugs» ...
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Tanz Juni 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz
Kleine Gruppen von jungen Männern, die durch die nachmittägliche Stadt spazieren und ihren Nachwuchs in Kinderwagen vor sich herschieben – in Schweden kein seltener Anblick. Hier wird die Gleichberechtigung der Geschlechter ernst genommen und vorbildlich umgesetzt.
Acht schnauzbärtige junge Männer betreten die Bühne, ihre Kleidung ein zeitloser Mix aus legeren...
Ein stämmiger Mann (Wim Opbrouck) betritt missmutig die Bühne. Seine gestreiften Hosen lassen erkennen, dass er Mitglied einer Brass-Band ist. Er schließt einen DVD-Player an, nimmt ein Becken zur Hand und wartet auf seinen Einsatz in Wagners «Lohengrin»-Ouvertüre. Doch schon bald wird ihm langweilig, da die Musik für sein Instrument kaum Arbeit vorsieht. Als die...
Tänzerinnen wie Ewelina Guzik von P.A.R.T.S. und zuletzt die Schweizer Performerin Eugénie Rebetez beim «Donaufestival» im österreichischen Krems sind magisch angezogen von diesen erotischen, vollkommen naturbelassenen Körperlandschaften. Dabei legen sie den Betrachter ins Bett oder in eine Kissenlandschaft, die Pipilotti Rist «Lungenflügel» nennt. Im Kunsthaus...
