bern: Yet Company: «Vivant!»

Tanz - Logo

Noch nie von dieser Schweizer Kompanie gehört? Nie den in der Berliner Etage ausgebildeten Pantomimen Fabian Cohn kennengelernt? Nie die Tanzpädagogin Dominika Willinek getroffen, die fließend in sechs Sprachen parliert? Dabei ist ihre gemeinsame, 2010 gegründete Tanzkompanie ein echter Renner. Nie sah man die Uferstudios in Berlin so gefüllt mit jungem Publikum.

Nie gab es im Vorfeld derart oft zerstörte Plakate.

Das Motiv zeigt fünf nackte Körper ohne Kopf, die skulptural ineinander so verschmolzen sind, dass man sich nicht entscheiden kann: Weibchen oder Männchen? Die im Wedding vorherrschende Religiosität nahm es gleich mal als Provokation. Das Publikum war umso beeindruckter, als genau das geboten wurde, was angekündigt war: Fünf Frauen, die sich nahezu nackt aus Tüchern wickeln und, sobald der Bühnennebel sich lichtet, den Blick freigeben auf die Schönheit eines Tanzes, der sich ganz auf die angesagte «Bier»-Ästhetik von Bewegung, Inhalt, Entschleunigung und Reduktion verlässt.

Es gibt keinen doppelten Boden, keinen über die Körper hinausweisenden Diskurs, keinen Anspruch, der das Denken über die Leiblichkeit stellt. Es gibt nur das, was zu sehen ist. Das ist der Inhalt. Der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 72
von Arnd Wesemann

Weitere Beiträge
ausstellungen und screenings

screening_________

polina semionova

Sie ist Primaballerina und Pädagogin, ist in der ganzen Welt zuhause. Folgerichtig kommt die Professorin nicht nur in einer Kostprobe aus «Cinderella» zum Tanz, 2004 choreografiert von ihrem Entdecker Vladimir Malakhov fürs Staatsballett Berlin. Carsten Fiebeler hat die einstige Babyballerina bei ihrer Arbeit auch in New York...

virve sutinen

Die Finnin Virve Sutinen nennt sich ein «Sommerkind». Warum sie denn nicht nach Südfrankreich gehe, werde sie gelegentlich gefragt. Montpellier kann ja noch kommen. Jetzt kuratiert Sutinen erst einmal zwei Ausgaben von «Tanz im August» für das Berliner Theaterkombinat Hebbel am Ufer. So lange die öffentliche Finanzierung zugesichert ist. «Ich arbeite mich langsam...

chefsache

Wie kann das Tanztheater im Stadttheater-Betrieb seine Eigenheiten verwirklichen, originelle Wege gehen und neben den anderen Sparten, neben Schauspiel, Oper, Orchester, ein selbstständiges Profil gewinnen? Ist es überhaupt möglich, dieser Sparte eine größere Bedeutung zu geben und diese Kunstform so zu stärken, dass sie auch in der öffentlichen Wahrnehmung...