berlin: Neuer Baltischer Tanz

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Litauen war einmal eine Großmacht. Im 15. Jahrhundert reichte das Land von der Ostsee bis zur Krim. Noch heute ist die Altstadt von Vilnius ein Wimmelbild dieser Zeit. Hier stehen die älteste baltische Universität und zehn Theater in Konkurrenz zu mehr als 50 Kirchen. Vilnius war das Zentrum des Mittleren Ostens Europas: ebenso reich, ja überreich an religiösen und wirtschaftlichen Konflikten wie der Mittlere Osten heute. Geblieben ist der religiöse Eifer. Und die Begeisterung fürs Theater, die es auch bei einem Tanzfest auf stehende Ovationen und Blumengebinde für die Künstler bringt.

Ein Festival wie «Neuer Baltischer Tanz» nun in Teilen (unter dem Rubrum «Litauen tanzt Contemporary») nach Berlin zu bringen, gelänge am besten, würde man auch das Publikum exportieren: kritische Zuschauer aller Couleur, keine Experten, dafür umso lebendigere, engagierte Theater-Aficionados.

Andríus Katinas sorgt dafür, dass sie kritisch bleiben. Der Litauer fordert eine neue Kritik für den neuen Tanz, und stellt die Tanzkritik, die er lehrt, auf die Bühne. In seiner Arbeit mit dem Titel «Arbeit» behauptet er: Kunst konnte nur im Osten überleben. Sie habe vergessen, «sich dem System anzupassen», aus ...

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Tanz Dezember 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 36
von Arnd Wesemann

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