berlin: helge letonja «the bog forest»
Die Hände zur Faust geballt stecken tief in den Jackentaschen, im Schatten der Kapuze verbirgt sich das Gesicht. Angst, der etwas Bedrohliches anhaftet, ist deutlich spürbar. Wie gehetzt die Figuren in Helge Letonjas jüngster Produktion «The Bog Forest» auch durch das Dunkel der Bühne der Bremer Schwankhalle huschen, wie gequält sie sich krümmen und am Boden winden, ihre Not ist erst mal fremd und nicht ganz geheuer.
Das Stück bildet den Auftakt zu einer Trilogie, die sich unter dem Titel «DisPlacing Future» choreografisch mit dem Thema Migration auseinandersetzt.
Der Sumpfwald ist hier zugleich ein ganz realer Ort und eine metaphorische Traumlandschaft für allerlei Sehnsüchte, Ängste, Irrungen, Wirrungen. Für die Tänzer von Letonjas steptext dance project bedeutet das, sich einem emotionalen Ausnahmezustand anzunähern, Orientierung einzig in den Impulsen und Rhythmen ihres Körpers zu suchen.
Unter Todesgefahr nehmen Menschen täglich die Reise auf sich, hoffen im gelobten Europa auf eine bessere Zukunft. Auf der sicheren Seite mögen wir die Augen vor dieser Wirklichkeit verschließen, die in den Medien übermittelten Bilder der Gestrandeten wirken dennoch nach.
Hier ragen ein paar ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: kalender, Seite 65
von Irmela Kästner
In der tiefsten Provinz Westfrankreichs, in La Roche-sur-Yon, gründete Mickaël Le Mer die Kompanie S’poart. Sie ist derzeit das bekannteste Erzeugnis der Kleinstadt zwischen Rennes und La Rochelle, die auf einem Granitfelsen erbaut wurde. Le Mer versammelte dort oben eine Handvoll Breakdance-Begeisterte und zog immer wieder hinaus in die Welt des Hip-Hop, wo er auf...
...ist in Paris als «choreografische Persönlichkeit des Jahres» ausgezeichnet worden. Beschlossen hatten dies die französische Kritikergewerkschaft (so was gibt’s) und ihre 140 Mitglieder. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte ehrte man überhaupt eine Tänzerin, sonst ging der Preis immer an die Freikartengeber, die Intendanten Alain Crombecque vom «Festival d’Automne»...
Ein Star ist sie sowieso, in doppelter Hinsicht: Als Sängerin und als ein Stern, der 1982 nach seiner Entdeckung «3772 Piaf» benannt wurde. Dass Édith Piaf «ihren Körper verlassen hat und auf ewig in diesem Asteroiden über uns ist», gefällt Mauro Bigonzetti. So inszeniert der Erfolgschoreograf aus Italien sein Ballett, als wäre «La Môme Piaf» eine Seelenverwandte...
