benjamin millepied
Ein Mann im Umbruch: Benjamin Millepied schlüpft Stück für Stück in seine neue Rolle als Directeur de la danse am Pariser Opernballett, wo er den Staffelstab von Brigitte Lefèvre übernimmt, die ihn zwei Jahrzehnte trug. Ende September stellte er auf der «Biennale de la danse» in Lyon «Hearts and Heroes» vor, die bis auf Weiteres letzte Kreation für sein vor zwei Jahren gegründetes Los Angeles Dance Project (LADP). Zwar will er sich nicht endgültig von der Gruppe verabschieden, doch wie soll er noch Zeit finden, für die zehn Tänzer aus L.A.
zu choreografieren? Es wird voraussichtlich alle seine Kräfte in Anspruch nehmen, das im Palais Garnier residierende, zuletzt verkrustete Prestige-Ensemble der Franzosen neu zu beflügeln. Genau das hat er vor. Ob er allerdings dafür engagiert wurde oder hauptsächlich als Starchoreograf mit Glamour-Bonus und Fundraising-Geschick zum Ausnahme-Job kam, das muss er erst noch herausfinden. In jedem Fall bringt er einen Blick von außen mit, der die Institution von innen her infrage stellen kann.
Millepieds Werdegang verrät: Er sucht Herausforderungen. 1977 in Frankreich geboren und dort auch ausgebildet, behauptete er sich nicht nur als principal ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2014
Rubrik: menschen, Seite 26
von Thomas Hahn
Im Jahr 1738 gründete der Franzose Jean-Baptiste Landé die Ballettschule am Petersburger Hof von Zarin Anna Iwanowna und legte damit das Fundament für eine Bühnenerziehung nach westlichem Vorbild. 1934 übernahm Agrippina Waganowa (1871 – 1951) die Leitung der Schule. Die einstige Ballerina der Petipa-Epoche setzte auf eine Erneuerung des klassischen Tanzes und...
newcomer_________
tars vandebeek
Wenn Sternschnuppen vom Himmel fallen, achten sie bekanntlich nicht darauf, wohin sie geraten. Und wenn wir gen Himmel schauen, tun wir das selten in der Hoffnung, einen Stern oder das, was wir dafür halten, fallen zu sehen.
Das ist im Ballett nicht anders. So gingen wir zuletzt ins Opernhaus Zürich, um daselbst «Anna Karenina»...
Maguy Marins neues Stück widmet sich dem Rhythmus – vielleicht, weil sie in letzter Zeit zweimal umgezogen ist mit ihrer Kompanie: von Lyon nach Toulouse und retour. Da muss ein Rhythmus erst wieder gefunden werden, auch bei Marin, die eigentlich Langsamkeit zum politischen Statement erhoben hat.
Ihr «BiT» wird auf Französisch wie «Beat» ausgesprochen. Auf,...
