Ben J. Riepe: "Happy End - Dealing Night Again"
Oben oder unten? Im All oder im gemauerten Gewölbe? Sind es Aliens auf Drogen oder verstörte Kellerkinder, die da entrückt durch den Raum gleiten und ins Leere starren? Nichts von allem. Wir blicken ins Universum der Phantasmagorie, visualisieren Hirngespinste, die das Unbewusste im Traum auf die Reise schickt. Der junge Folkwang-Absolvent Ben J. Riepe hat sie in Szene gesetzt. Fünf Tänzer, zwei Männer und drei Frauen, setzt er Stimmungen aus, die die ständig wechselnde Beleuchtung und elektronische Livemusik erzeugen.
Überwiegend stehen die Akteure, barfuß und stumm, im akustischen Nebel, der über die Studiobühne im Düsseldorfer tanzhaus nrw wabert. Das aber höchst kunstvoll. Zwischendurch schrecken die eigenen minimalistischen Sequenzen, Regungen, Gesten sie auf. Zum Beispiel das Lupfen der Hosenbeine. Die beiden Männer, mit weißen Unterhemden und braunen Hosen wie Zwillinge gekleidet, bewegen sich synchron. Zwei der Frauen tragen gleiche schwarze Blusen und braune Hosen, führen aber ein Eigenleben. Die dritte Frau in artigem Faltenrock und weißer Bluse scheint noch verlorener als die anderen. Wie ein Sterntalerkind hebt sie mit großen Augen die Arme gen Himmel, um ...
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«Jeder Fotograf macht Portraits und jeder Maler. Nur auf der Bühne gibt es sie nicht. Warum?», fragt Michael Laub, dessen unnachahmlich sanft kratzende Stimme klingt, als dulde sie keinen Widerspruch des selbst gestellten Rätsels: «Die einzige Antwort, die ich bisher gefunden habe: Man kann ein Portrait nicht proben. Man kann es nur herstellen.»
Natürlich gibt es...
Die bedeutende indische Choreografin Chandralekha starb in den letzten Tagen des Jahrs 2006. Aber ihr Werk überlebt, was nicht ganz selbstverständlich ist angesichts der zwiespältigen Reaktionen in Indien, mit denen die Choreografin zeitlebens zu kämpfen hatte. Ihre in Madras ansässige Chandralekha Dance Group bringt jetzt erstmals das letzte Stück der Choreografin...
Armes China. Wo nicht so getanzt wird, wie es die Menschen selbst bewegt, ist die Welt im Argen. In China gibt es darum nur eine Hand voll Tanzgruppen, die über die Verhältnisse tanzen. Dazu gehört dieses Jungkollektiv von Künstlern aus Shanghai, Zuhe Niao, das mit Tanz etwas ausdrückt, was nahe liegend nur mit Tanz ausgedrückt werden kann: das Schweigen müssen....
