Beate Vollack: «Peer Gynt» in St. Gallen
St. Gallen hat mit seinen Tanzdirektoren wenig Glück. Philipp Egli, dem die Ostschweizer Stadt viele schöne Tanzstücke zu verdanken hatte, ging, weil ihm der Umbau der Lokremise zu lange dauerte. Sein Nachfolger Marco Santi ging, weil seine Kompanie nicht die Unabhängigkeit bekam, die er sich wünschte. Nun ist das Tanzensemble nach wie vor dem Musiktheater verpflichtet und soll Opern, Operetten und Musicals schmücken. Das macht die heutige, gerade bis 2020 verlängerte Tanzleiterin Beate Vol-lack auch gut. Nur ihren Tanzabenden fehlt ein deutliches Bewegungssprachen-Profil.
Sie sind häufig so überzeichnet, dass sie altbacken wirken.
So auch Vollacks «Peer Gynt». Wenn Peer Gynts Welt zusammenbricht, reißen die Stricke und fallen von den Bühnenwänden. Bis dahin haben sie auf dunklem Grund eine abstrakte Struktur gebildet, Sternbildern gleich, rätselhaft. Das ist eine feine Ergänzung zu den vielen Türen, die Bühnenbildner Kinsun Chan und Choreografin Beate Vollack an diesem zweistündigen Abend öffnen und schließen lassen und laufend verschieben, Peer Gynts verwinkeltes Dasein bebildernd.
Henrik Ibsens Fantast und Weltenwanderer, den zwischen Möglichkeits- und Wirklichkeitsdasein ...
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Tanz April 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 50
von Lilo Weber
newcomer: katarzyna kozielska
Was tut man nicht alles für die Kunst! Katarzyna Kozielska wollte wissen, wie ihre Gehirnströme aussehen, wenn ihr beispielsweise die Sonne scheint. Also hat die Halbsolistin des Stuttgarter Balletts im Vorfeld ihrer jüngsten Choreografie einen Neurologen aufgesucht und ein EEG erstellen lassen, um zu sehen, was sich in ihrem Kopf...
Nein, sie empfiehlt sich nicht auf Französisch. Am Ende des Ballettabends stimmt Édith Piaf aus dem Off ein «Heaven Have Merci» an, bevor sich Vasiliki Roussi von der Bühne verabschiedet – «die Sängerin, die öffentliche Person» (wie es im Programmheft im Gegensatz zur «Tänzerin» heißt). Die Augen aufgerissen, das Gesicht bleich, der Mund grotesk verschmiert wie von...
Wurzeln ranken sich entlang der grauen Zimmermauern, allerlei Geäst ragt in den kargen Bühnenraum. Halb Jagdschloss, halb Grab kündet dieses mit Kronleuchtern und Hirschgeweihen bestückte Gerippe schon im lustvollen Treiben des ersten Akts vom drohenden Absturz. Die Innsbrucker Inszenierung des einstmals skandalträchtigen Briefromans «Gefährliche Liebschaften» ist...
