Be CD!
«Wir sind in Deutschland. Wir spielen für Euch. Das ist ein Anfang!» Christin Vahl und Hauke Heumann schreien das gegen die Fassaden im Pariser Banlieue La Courneuve. Wie Stiere im Anlauf senken sie die Köpfe, bäumen sich gegen den Beton auf, rennen gegen ihn an. «Kontaktstücke» nennt die zwischen Frankreich, Deutschland und Westafrika agierende interdisziplinäre Grenzgängerin Monika Gintersdorfer ihre in den Vororten von Paris, Marseille und Hamburg inszenierten Tanz-Text-Performances – mit oder ohne eine ohrenbetäubende Pressluftplaniermaschine.
Ganz nah an den Leuten bleiben, lautet ihr Arbeitsprinzip. Gintersdorfers Film- und Performance-Projekt «Verlieren», ein 82-Minuten-Video, zuletzt gezeigt in der «Atelierbesuch»-Reihe des Hamburger Kunstvereins, dokumentiert in Kooperation mit dem Filmemacher Knut Klaßen ihre «Spontan-Inszenierungen» im sozial kritischen Umfeld der Banlieue. Die Szenen entstehen nach Gintersdorfers Methode: Sich und den Leuten viel Freiheit geben, sich absprechen statt zu probieren. Lieber improvisieren als durchinszenieren. Aufführung und Aufnahme entstehen zeitgleich aus der Situation und in der Konfrontation von deutschen Akteuren mit französischen ...
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Bagnolet liegt am östlichen Rand von Paris. Vom Büro der Rencontres Chorégraphiques Internationales de Seine-Saint-Denis zur Place de la République sind es Luftlinie fünf Kilometer. Mit dem Fernrohr müsste man ihn vom Hochhausdach sehen können, ein paar Zentimeter südlich davon die Bastille und die Place de la Nation. So nah ist der Rand an Frankreichs Zentrum. Von...
Auf der Bühne oder auf dem Laufsteg hinterlässt das Kostüm oft nur einen flüchtigen Eindruck. Fotografiert, bekommt es etwas Dauerhaftes, Skulpturales. Christin Losta zeigt das Kleid in seiner ganzen Beschaffenheit. Man erahnt, wie viele Schritte vom Entwurf bis zur Fertigung eines Kostüms nötig sind. Ein Kleid von Hervé Leger erinnert so, aus einzelnen Stücken...
Ein kleines, unprätentiöses Stück nur, behauptet Lode Devos. Dass man das Schauspielhaus nach achtzig Minuten angeswingt verlässt, darf als der eigentliche Start des frisch formierten Chemnitzer Balletts gelten. Schlagzeilen hatte die Stadt durch den Rauswurf eines ganzen Ensembles und seines Chefchoreografen Torsten Händler gemacht. Und mit dem desaströsen Auftakt...
