badke
Es hört sich an wie ein Pfeifen im Dunkeln. Im matten Schein auf leerer Bühne steht ein Trinkwasserspender. Hände klopfen auf die Gallone, als sei sie eine afrikanische Trommel. Das ängstliche Flöten, das nervöse Schlagen zwingt die Körper in Bewegung. Ein Gellen und spitzes Schreien entfährt den Körpern, sie beginnen einen entschlossenen Wechselgesang, es folgen Kommandos, die den Schritt diktieren. Vielleicht ist er so mal entstanden, dieser Tanz in der Nacht, mit Furcht in der Stimme und beruhigt vom Rhythmus strenger Schläge.
Zehn Tänzer aus Ramallah tauchen ein in die archaische Geburt einer schweißtreibend kollektiven Verausgabung: Dabke nennt sich der Tanz.
Einäugige Ambition
Die zehn kommen aus Palästina. Sie leben hinter einer «Mauer der Schande», wie die belgische Kompanie les ballets C de la B das über 800 Kilometer lange israelische Bollwerk gegen Gaza und Westjordanland nennt. Seit 2003 sind beide Landstriche von hohen Betonwänden und Stacheldraht umgeben. Schon zwei Jahre vor dem Mauerbau gab es die strikt parteiische Losung von Alain Platel und seiner weltbekannten Kompanie aus Gent. Seit seinem ersten Tanzworkshop in Ramallah geht es dem Choreografen immer ...
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Tanz November 2013
Rubrik: produktionen, Seite 16
von Arnd Wesemann
Wie in ihrem berühmten Krückenballett zu J. S. Bachs «Goldberg Variationen» spielt Marie Chouinard auch in ihrem neuen «Gymnopédies» mit Show und Wiederholung. Erik Saties gleichnamige Klavierkomposition von 1888, ein Trio melodiös-melancholischer Salonstücke, quillt bis heute allüberall aus Radio, Player, Film. Die kanadische Choreografin reitet sie nun zu Tode....
berlin, dresden, hamburg_________
nordwind-festival
Es ist doch so: Wickie, Pippi Langstrumpf und Pettersson & Findus gehören zum Inventar jeder Kindheit, aber ausgewachsene Mitteleuropäer bekennen sich zu Skandinavien und Smørrebrød meist nur als Sommerfrischler, die nach erträglichen Hitzegraden dürsten. Ein Fehler, denn das weite Feld der Theaterkunst beackern...
Sie haben beim diesjährigen «ImPuls Tanz»-Festival einen Workshop gegeben und dabei polynesische Tänze aus dem «Rapa Nui Repertoire» – vor allem den dionysischen Kriegstanz Hoko und den apollinisch verklärten, auch Handtanz genannten Aparima – unterrichtet. Wie steht es mit der Tanztradition auf Rapa Nui, der Osterinsel?
Als wir in den 1990er-Jahren begannen, nach...
