Avignon

Tanz - Logo

Sie stehen unter neuer Leitung. Um Identität und Wurzeln soll es nun gehen. Mit seiner ersten Ausgabe des Fesivals «Les Hivernales d’Avignon» heizt Emmanuel Serafini richtig ein. Alles dreht sich um Afrika. Wo stehen Afrikas Künstler heute, da sie auf allen Kontinenten arbeiten? Da passt ins Bild, dass Salia Sanou und Seydou Boro das gerade selbst erforschen. Zum ersten Mal arbeiteten sie getrennt. Jeder kreierte ein Solo im Dialog mit Musikern. Boro lässt sich in «Concert d’un homme décousu» auf fünf Instrumenten begleiten.

Für eine Gliederpuppe aus Holz könnte man ihn halten, so unnatürlich waagrecht hält er den Kopf. Es ist, was draufsteht: ein getanztes Konzert, bei dem Boro auch selbst zum Sänger wird. Sanou dagegen lässt Maaté Keita singen und fuhr zurück in sein Heimatdorf, brachte Bilder und Töne nach Europa. Filme von der Arbeitswelt laufen vor und nach «Dambë». Mit Steinbrocken, Schweiß und Staub kämpfend, bleibt Sanou stets leicht und geschmeidig. Als Arbeiter des Tanzes führt er jede Bewegung mit Genuss vor, gibt ihr stets eine konkrete Funktion.
Das ganze Programm des Festivals, das vom 13. bis 20. Februar stattfindet: hivernales-avignon.com

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2010
Rubrik: Kalender Highlights, Seite 33
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Rasta Thomas

In diesem Zustand kann sich der 28-Jährige leicht in Rage hineinsteigern, gerade wenn es um sein Lieblingsthema geht: den Hochmut der Ballettwelt und die, wie er findet, falsche Trennung zwischen E- und U-Tanz, zwischen hoher Kunst und vermeintlich trivialem Pop. «Tanz sind doch nicht nur die 200 Bewegungen, die man in einer klassischen Ausbildung lernt», sagt er,...

Editorial

Editorials sind verräterisch, gerade wenn sie in die erste Nummer einer neuen Zeitschrift einführen. Wer Zeitschriften gründet, so zeigt es sich bei einer Rückschau auf die Tanzzeitschriften der Vergangenheit (siehe S. 52), reagiert oft programmatisch auf das, was gerade fehlt, auf einen als akut empfundenen Mangel an Wissen, Diskussion, kritischer Beschreibung...

Tanz im TV

Tanz auf dem Vulkan heißt die Dokumentation über die französische Ausnahmetänzerin Sylvie Guillem. Explosiv, zäh, unberechenbar sei sie, wie ein Lavaberg. Könnte man wenigstens denken. In Wahrheit ist Sylvie Guillem deshalb ein Star, weil sie sich was traut. Drei Jahre lang hat die Filmemacherin Françoise Ha Van Sylvie Guillem beobachtet, drei Jahre lang sah sie...