austausch
Mario Schröder, Sie haben nach Ihrem Amtsantritt als Leipziger Ballettchef 2010 auch die Reihe «Tanz in den Häusern der Stadt» ins Leben gerufen. Sehr erfolgreich, weil Sie dem Publikum gleichsam auf die Pelle rücken. Ballett hautnah, wenn man so will. Im Rahmen der Projektreihe bespielen Sie nun ausgesuchte Orte außerhalb des Theaters. Es gibt sicher mehrere Gründe, weswegen Sie diese Aktion initiiert haben. Aber kommen Sie Ihren Zuschauern dabei wirklich näher als im Theater? Ich war immer jemand, der versucht hat, Ballett zu kommunizieren.
Das funktioniert, indem man einerseits begreiflich macht, was das eigentlich ist, und andererseits versucht, eine Auseinandersetzung darüber in Gang zu setzen. Schließlich erschöpft sich die Arbeit eines Ensembles nicht in einem Endprodukt, das man zur Bewertung auf der Bühne vorstellt. Da gibt es noch ganz anderes.
Zum Beispiel? Den Raum. So wie wir durch ihn beeinflusst werden, können wir ihn beeinflussen, indem wir ihn nicht nur brechen, vermitteln oder eins zu eins wiedergeben in seiner Funktion, sondern ihn mit Inhalten füllen, die wir mitbringen aus unserer Kultur. Die jeder einzelne Tänzer mitbringt aus seiner Kultur. Mir war und ist ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Wahrheit, Schock, Nervenkitzel, Seite 60
von Hartmut Regitz
Die Wolfsburger Autostadt des VW-Konzerns hat den Touch einer «brave new consumer’s world»: Der Rasen wächst so grün und dicht wie in den Gärten der Hollywood Hills, die Bauten gleichen der Kulisse einer Architektur-Biennale, und der Service ist so freundlich, als würde das Personal jeden Morgen von Ex-Ballerinen auf Lächel-Kurs getrimmt. Wenn hier einer auftaucht...
pina bausch
Inszenierte Hysterie: Es war bei einer Inszenierung von Pina Bausch – leider weiß ich nicht mehr, welche –, dass ich, wohl zum ersten Mal, begriffen habe, was Tanz auch alles sein kann: nicht nur Bewegung des Körpers, sondern auch Sprache, Dichtung, Ironie, soziologische Analyse (vor allem der Geschlechterverhältnisse). Dabei wusste ich doch schon...
Als Tänzer wurde Jiří Bubeníček mit Preisen und Auszeichnungen überhäuft. Nach zehn Jahren als Erster Solist in Dresden verabschiedet er sich in der neuen Saison. In seiner letzten Premiere stellt er sich als Des Grieux in Kenneth MacMillans «Manon» noch einmal einer besonderen Herausforderung.
Seit 1999 ist er auch als Choreograf tätig, hat inzwischen über 40...
