Auf den Fersen

Amanda Miller: «Signs On Fire» in Köln

Tanz - Logo

Irgendwas muss gewaltig schief gelaufen sein. Angekündigt war «ein Abend mit fünf Kölner ‹contributors›, Künstlern, die einer Marionette helfen zu verstehen, dass die Welt nicht so ist, wie sie scheint». Das Stück sollte «aus fünf eigenständigen Etüden, Miniatur-Balletten, bestehen, die sich zu einem sechsten, dem Ganzen, zusammenfügen». Das hätten wir gern gesehen.

Auch Fragen sollten gestellt werden: «Wenn es die Möglichkeit geben würde, einen sechsten Sinn zu wählen, für welchen würde man sich entscheiden? Den Sinn für Humor? Was ist die größte Angst der Marionette?» Auch die Antworten darauf hätten wir gern gehört.
Doch als Amanda Millers «Signs On Fire» für ihre nun in Köln ansässige Kompanie pretty ugly im Kölner Schauspiel herauskam, war von allem nur noch der Schatten einer Marionette übrig, der sich zu Beginn der Aufführung auf der Bühnenrückwand dreht. Nachdem sich anscheinend die Vorausplanungen zerschlagen hatten, reichte es weder für ein Thema noch für eine Stückidee – es sei denn, man hätte Millers Äußerungen im Programmheft für eine Stückidee gehalten: «Nichts Spirituelles oder Mystisches, kein Symbol und keine Idee aus dem Surrealismus oder dem Abstrakten ... soll ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2005
Rubrik: On Stage, Seite 44
von Jochen Schmidt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wie Ringrichter den neuen Tanzsport «Match d’impro» manipulieren

Dass sie in Biarritz gern Neues erfinden, mag an den jodhaltigen Winden des Atlantiks liegen, am Tor zu Spanien und an den vielen skurrilen baskischen Sportarten direkt vor der Tür. Der mondäne Badeort nennt sein Herbstfestival «Le Temps d'aimer la danse». Vor ein paar Jahren erfand man hierzu la gigabarre, eine Ballettstange auf einhundert Metern Strandpromenade...

Giselle oder die laszive Erfindung der Hysterie

Augustine

Das Amphitheater ist gefüllt bis hinauf in den letzten Rang. Kurz vor Beginn der Vorstellung betritt der Dompteur die Arena, von sechs bis acht Assistenten begleitet. Projektionsapparate werden justiert, Protokolle sortiert. Dann haben die Darstellerinnen ihren Auftritt – Frauen jeden Alters, Schöne und Hässliche, ausgemergelte Gestalten, verführerische...

Big Bang in Avignon

Schluss mit Aufführungen in der Dachkammer! Der Tanz kauft ein Theater mitten in Avignon (links). Vermessen ist das nicht, wo doch unzählige Säle sonst nur im Juli bespielt werden. Das Big Bang Théâtre wird Big Danse Théâtre, um Kompanien en résidence aufzunehmen und um Netzwerke wie Trans Danse Europe weiterzuentwickeln. Käufer des Theaters ist Les Hivernales, das...