archive am abgrund
Auf eine Leinwand projiziert, knarzt der Choreograf VA Wölfl: «Muss ich was sehen? Muss ich was hören? Und wann ist es wichtig?». Die gefilmte Meg Stuart hockt still neben ihrem Leinwand-Solo «Soft Wear» aus dem Jahr 2000. Betrachtet wird es von Pina Bausch, ihr Abbild flimmert aus einem Fernseher. Robert Wilson meditiert derweil über sein «Einstein on the Beach» (1976/1984), während Heiner Müller rezitiert wird: «Angst und Geometrie sind am elementarsten und einfachsten im Ballett zu sehen.
» Es gibt Ausschnitte aus seiner «Hamlet/Maschine» – kein Ballett, nur Angst und Geometrie. Diese Video-Installation auf vielen Leinwänden, «Transforming Acts» von Penelope Wehrli und Detlev Schneider, mus-tert den Tanz aus Sicht der Literatur, des Theaters und der Kunst. Das Ergebnis wirkt wie ein Altarbild großer Märtyrer.
Das Sagbare
Pina Bausch, Johann Kresnik, Einar Schleef, The Wooster Group, Jan Fabre, sie alle wurden von einstigen Tanztraditionalisten als Kinetiker des Körpers verspottet, nicht etwa als Avantgardisten anerkannt, die einen neuen Blick auf den Tanz warfen, denen es um die Notwendigkeit zu tanzen ging, nicht aber um bestimmte Techniken, wie Pina Bausch bezeugt: Es gibt ...
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Tanz Mai 2015
Rubrik: traditionen, Seite 56
von Arnd Wesemann
«Ein jegliches hat seine Zeit. Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit. Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit.» Diese Prediger-Worte aus dem Alten Testament meint man durch Raimund Hoghes neues Werk...
_____deutschland
On tour
Die Kibbutz Contemporary Dance Company aus Israel zeigt mit «If at All» eine neue Arbeit ihres künstlerischen Leiters Rami Be’er: Nur durch Bewegung, Licht und Klänge werden fantastische Räume gezeichnet: Fürth, 19.–23. Mai; Bonn, Theater, 27., 28. Mai;
Coesfeld, 29. Mai; kcdc.co.il
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Das Büro von Jean-Christophe Maillot ist schneeweiß, allein die Bücher in den Wandregalen setzen ein paar Farbtupfer. Der Chef der Ballets de Monte Carlo sitzt hinter dem Schreibtisch und versucht, die Langzeitfolgen seines Bolshoi-Abenteuers «Der Widerspenstigen Zähmung» (tanz 10/14) auszukurieren, das ihm einen gebrochenen Fuß eintrug – «weil ich die Anstrengung...
