an der quelle
Wer sich zutrauen würde, eine Geschichte des zeitgenössischen Tanzes zu schreiben, käme schnell zur Erkenntnis: Es gibt keine richtige Reihenfolge. Es scheint unmöglich zu sagen, auf Choreograf X folgte Choreografin Y. Was in einem Stadttheater noch gültig zu sein scheint – nach Youri Vámos in Düsseldorf kam Martin Schläpfer – ist dennoch ungültig, denn Schläpfer war schon damals da, nur anderswo, und das zeitgleich mit Hans van Manen, zeitgleich mit Jacopo Godani, Benjamin Millepied und den meisten anderen in diesem Heft auch.
Im Zeitgenössischen steckt eine Gleichzeitigkeit, die es unmöglich macht, Geschichte als strenge Erbfolge linearer Führungswechsel auszumachen. Wir leben alle mit denselben strukturellen oder politischen Problemen: strikt nebeneinander. Mal steht Martin Schläpfer in der Zeitung, mal Hans van Manen. Jetzt tanzt Schläpfer van Manen (Seite 16), also stehen beide in der Zeitung, weil sie miteinander arbeiten. Auch Meg Stuart taucht nicht nach oder vor Sasha Waltz auf; die beiden Choreografinnen teilten sich schon in ihrer Tänzerzeit ein Apartment in New York – und stehen nun zusammen auf der Bühne, in Peter Pleyers Denkspielen zum Zeitgenössischen, die er ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2014
Rubrik: editorial, Seite 1
von
_____deutschland
On tour
«18. Internationales Solo Tanz Theater Festival», Gala der Preisträger: Tom Weinberger mit «Nemek», Josh Martin mit «Leftovers», Jann Gallois mit «P=mg», Annamari Keskinen in «Cold Bright She» von Shannon Gillen, Hemabharathy Palani mit «TRIKONANGA» und Jain Souleymane Kone mit «Maa Labyrinthe»: Stuttgart, Treffpunkt Rotebühlplatz, 14., 15....
Wenn Lulu Dr. Schön, den Mann ihres Lebens, an sich binden will, streift sie ihren Slip ab. Der Redakteur zieht ihn ihr empört wieder hoch. Sie lässt ihn wieder runter. Bis das Weib seinen Willen bekommt: Schöns Braut verzieht sich, er heiratet Lulu. Für den Münsteraner Tanztheaterchef Hans Henning Paar ist Lulus Höschen choreografisches Spielzeug. Wenn es sich wie...
Im Jahr 1738 gründete der Franzose Jean-Baptiste Landé die Ballettschule am Petersburger Hof von Zarin Anna Iwanowna und legte damit das Fundament für eine Bühnenerziehung nach westlichem Vorbild. 1934 übernahm Agrippina Waganowa (1871 – 1951) die Leitung der Schule. Die einstige Ballerina der Petipa-Epoche setzte auf eine Erneuerung des klassischen Tanzes und...
