An alle Nicht-Rheinländer
Versteh einer die Bonner, Kölner, Düsseldorfer, deren Mentalität und das, was man im ganzen Rest der Republik bewundert. Diese rheintaltiefe Überzeugung, dass Politiker nur Mist bauen, was niemanden daran hindert, sie gern zu wählen. Was die Welt hier Klüngel nennt, die Mitgliedschaft im Karnevalsverein, befindet schon qua Vereinssatzung, dass Politiker Mist bauen. Weshalb der Bürger in zahlreichen Kunststiftungen, in Kultursalons und -vereinen darauf pocht, dass es der Kunst schlecht geht. Wegen der Politik.
Gerade im Tanz.
Bonner Politiker wollen die Sparte loswerden, Kölner Politiker wollen sie auch nicht haben. Düsseldorf und Essen sehen zu, wie ihre Ballettchefs auf die Rente zusteuern. Die Abschaffung der Kunstform an Rhein und Ruhr ist zum Greifen nah. Warum tut keiner was? Zur Verdeutlichung: Wir befinden uns auf einem Landstrich mit den «privatesten» Kunstsammlungen der Republik, den schicksten Bauplänen für die neue Kölner Oper, dem dauerhaftesten Provisorium eines Musicalhauses, zwei einzigartigen Tanzhäusern in Düsseldorf und Essen, einer vorzüglich engagierten Kölner Stadtsparkasse, einer richtig teuren Ruhrtriennale ... Und: wir reden hier vom Tanzland NRW ...
Was ...
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Ismael Ivo gibt sich göttlich. Ein güldnes Sonnensymbol auf dem nackten Rücken, steigt er herunter aus seinem Olymp, und Lorbeerkranz gleich umwinden seine Hände das eigene Haupt: ein schwarzer Apoll, der sich aus der neobarocken Kuppel der Eingangshalle herablässt, um das neu eröffnete Berliner Bode-Museum nicht als ein «Apollon musagète» zu weihen, sondern als...
Dass junge Choreografen alte Vorlagen ändern, ist ihr gutes Recht. In Schwerin tun das Annett Göhre und Cayetano Soto gleich in zweierlei Hinsicht. Ihr Gasteinstand «Ein neuer Sommernachtstraum» beruft sich zwar im Titel auf Tom Schillings Uraufführung für sein Tanztheater der Komischen Oper von 1981 und nutzt auch, nach eigener Aussage leicht umgestellt, Georg...
Wer sich einmal durch die täglich an ihrem Verkehr kollabierende Stadt gekämpft, eine Taxifahrt zwischen quälendem Stillstand und atemloser Raserei überstanden und schließlich unter Lebensgefahr den sechsspurigen Boulevard Nicolae Balsescu überquert hat, wer im schnellen Rhythmus der Fußgänger sicher an den Verführungen der Kaffeehäuser und tiefen Blicke...
