Absprung

Ricardo Fernando

Tanz - Logo

Es bleibt dabei: Ricardo Fernando wird das Theater Hagen Ende der Spielzeit verlassen (tanz 12/16), damit verliert die Tanzsparte ihren Chef – und wohl etliche Tänzer dazu. Fernando streicht die Segel, weil ihn die jahrelange Bittstellerei um mehr Zuwendungen oder zumindest weniger Einsparungen zermürbt hat. Dass der Brasilianer in den vergangenen zwölf Jahren ausgesprochen produktiv gearbeitet und dem Theater gute Auslastungszahlen beschert hat, half offenbar nicht.

Unter normalen Umständen gäbe es nun ein Bewerbungsverfahren und irgendwann einen neuen Ballettdirektor (m/w), aber in Hagen ist schon lange nichts mehr normal. Das ganze Theater ächzt unter chronischer Zwangsschrumpfung, die designierte Intendantin Dominique Caron sollte den Gürtel um weitere 1,5 Millionen Euro enger schnallen. Sie warf noch vor Vertragsunterzeichnung hin. Was bedeutet, dass das Ballett wohl führungslos in die kommende Saison startet, die notbehelfsweise programmiert wird, von wem auch immer.

Damit ist die Sparte endgültig zum Spielball geworden. Wenn niemand mehr ihre Interessen vertritt, könnte es umso leichter fallen, sie abzuwickeln – ein Schicksal, das schon seit Jahren ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2017
Rubrik: Persönlich, Seite 33
von Dorion Weickmann

Weitere Beiträge
Historienwälzer

Wie kam es überhaupt dazu, dass Yuri Grigorovich das Bolschoi-Ballett jahrzehntelang in Zarenmanier regierte? Wer die Vorgeschichte dieses Kapitels der jüngeren Ballettgeschichte erfahren will, ist mit Simon Morrisons «Bolshoi Confidential» gut bedient. Auch wenn der Autor kaum  Exklusives enthüllt, weil die Kulissendramen längst in der Welt sind. Sie so...

Düsseldorf

Raimund Hoghe scheint um sein Leben zu schwimmen. Dann am Strand zu liegen und den Wellen zu lauschen, die Arme eng am Körper. Guy Vandromme sitzt am Flügel und spielt «La Valse» von Maurice Ravel, die Pianoversion, so aufgewühlt, als wäre es der finale Sturmflut-Satz aus Claude Debussys «La Mer». Die Assoziation entsteht vor allem deshalb, weil bald klar...

Newcomer

Poppy N heißt dieser sehr junge Tänzer, ein kleiner, nur etwa hüfthoch gebauter Kerl. Da steht er, beim «State Festival Berlin», inmitten von Akademikern, die sich mit Emotionsforschung und künstlicher Intelligenz beschäftigen. Sein Schöpfer Théo Segonds vom Institut für Computerwissenschaft INRIA in Bordeaux kennt ihn seit fünf Jahren. Die Intelligenz des...