A sea of being
Die Bäume, der Duft nach Erde, Holz und Schnee. Ein Rascheln von Stoff im Unterholz. Es ist nur ein Moment, ein einzigartiger. Der Wiener Fotograf Laurent Ziegler und die Tänzerin Mirjam Morad haben einen Spaziergang gemacht. Wer betrachtet, was sie davon mitgebracht haben, sieht sofort: Die beiden haben alles genau geplant. Sie im Hochzeitskleid an einem Abhang im Frost, das Gesicht unter dem Schleier verborgen. Hinter dieser kühlen Braut hält sich dünn der Schnee im Tannengeäst, das nach ihr zu greifen scheint, wie um sie vor einem Sturz zu bewahren.
Dazu gehört ein zweites Bild, in dem sich das abschüssige Gelände fortsetzt. Von weiter oben hat der Wind einige Fähnchen Schnee hergeweht. Kerzengerade wachsende Bäume graben ihre Wurzeln ins Erdreich und halten es fest. Und da heraus kommt eine schwarz vermummte und ummantelte Gestalt auf die Kamera zu, die Arme erhoben, in Richtung Himmel oder Hochnebel gestikulierend. Es war ein Winter im Wald auf dem berühmten Berg Semmering, wo sich die Bundesländer Steiermark und Niederösterreich verschwiegene Grenzen teilen. An diesen Hausberg hat die Wiener Hautevolee des Fin de Siècle einst Villen, Schlösschen und Hotels gebaut. Heute ist ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2016
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Helmut Ploebst
Olle Strandberg war 19 Jahre alt und Student der Tanz- und Zirkushochschule DOCH, als er sich in Stockholm bei einem Sprung das Genick brach. Er erinnert sich: «Alle standen um mich herum, niemand durfte mich berühren. Es war so still, man konnte eine Stecknadel fallen hören. Bis ich merkte: Ich kann meinen Körper nicht fühlen.» Olle Strandberg steht heute...
Chris Salter, Sie waren 1994/95 beteiligt an William Forsythes Ballett «Eidos : Telos», zwei Jahre später an «Sleepers Guts». Damals sprachen Sie, sprachen wir alle von interaktiven Technologien, heute sprechen wir von immersiven Technologien. Was hat sich in diesen 22 Jahren verändert?
Man kann sagen, dass es große technische Fortschritte gab. Betrachtet man...
Schon das Vorspiel hat es in sich. Während sich die Theaterbesucher noch geistig auf die Vorstellung vorbereiten, erscheinen bereits die ersten Tänzer im Foyer und winden sich durch die Zuschauerreihen. Mittendrin auf einem Podest: Emma Välimäki in einem Kleid aus schwarzen Plastikschuppen. Als «Waterfall Lady» macht sie nicht einfach allen Anwesenden schöne...
