harlem shake

Er verändert zwar nicht die Welt, aber er hebt sie ständig aus den Angeln: Die Protestkultur hat den Zappeltanz entdeckt

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1981, Harlem, New York. Ein älterer, leicht besoffener Herr zuckt unkontrolliert mit den Schultern: Erst schießt die linke nach oben, dann schiebt sich mit der Hüfte auch die rechte Schulter nach vorn. Sein Unterkörper bewegt sich in stoßartigen Bewegungen rhythmisch vor und zurück. Der ganze Körper gerät in epileptisches Schütteln und Rütteln. Was dieser Mann namens Al B (bürgerlich Albert Boyce) noch nicht wusste: Er erfand einen Tanzstil. Anfangs «Albee» nach ihm selbst benannt, wurde er später als «Harlem Shake» weltbekannt.

Er löste den größten Internet-Hype aller Zeiten aus. Wie lässt sich das erklären?

Der «Harlem Shake» ist ursprünglich ein Streetdance, der wie alle Artverwandten in sozial-ökonomisch prekären Milieus wurzelt. Zwei New Yorker Viertel, Harlem und die Bronx, verzeichneten in den 1960er-Jahren aufgrund günstiger Mieten einen enormen Zuzug von Einwanderern. Sie wurden soziale Schmelztiegel, deren Einwohner mit Arbeitslosigkeit und Kriminalität zu kämpfen hatten. Zugleich lieferten sie einen fruchtbaren Nährboden für den Tanz, den vor allem Afro-Amerikaner aus dem Süden mitgebracht hatten, darunter Lindy Hop und Charleston. Aggression und Angst erfuhren ihre ...

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Tanz Juni 2013
Rubrik: tanzkongress, Seite 70
von Sebastian Göschel

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