persönlich
newcomer_________
danya hammoud
Im Leben lacht sie, auf der Bühne nicht. In ihren Stücken geht es um Krieg oder die Stellung der Frau und andere Fragen, die mit Gewalt verbunden sind. Danya Hammoud stammt aus Beirut und hat vor, ihren Lebensschwerpunkt dort auch zu behalten: als Mitglied im Theaterkollektiv Zoukak, dessen Gründerin sie war. Zoukak besitzt, was für dortige Verhältnisse durchaus ein Privileg ist: ein eigenes Studio, wenn auch in einer einfachen Wohnung, in einem Hochhaus.
Hier arbeitet Zoukak und empfängt auch Künstler aus anderen Ländern, in residence. Das Kollektiv interveniert mit «psycho-sozialem» Theater in palästinensischen Flüchtlingslagern, als Therapie für traumatisierte Opfer von Krieg und Vertreibung. Die Künstler erlebten mehrfach live vor Ort, wie ganze communities vertrieben wurden. Das alles erklärt, warum Danya Hammoud keine Zeit hat, sich mit schönen Nebensächlichkeiten aufzuhalten, warum sie in ihrem neuen Stück «Mes mains sont plus âgées que moi» («Meine Hände sind älter als ich selbst») untersucht, wie Menschen mit den noch warmen Körpern gerade Verstorbener umgehen, warum dort auf jede Auferstehung ein neuer Tod folgt. Es ist ein Trio, ihr ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Oktober 2014
Rubrik: menschen, Seite 28
von
15 Jahre ist es her, dass die Choreografin Anouk van Dijk gemeinsam mit Falk Richter den Tanz aufs Schauspiel losließ. «Nothing Hurts» hieß 1999 die kleine Sensation: Das Drama des Zeitgeists entwand sich dem Sprechzwang. Wenn Worte nicht mehr reichten, wurde getanzt. Bis 2012. Da übernahm Anouk van Dijk die australische Kompanie Chunky Move. Falk Richter blieb...
Eine bisweilen zu Großem fähige, vorrangig jedoch grausame Spezies – so porträtiert Wim Vandekeybus das Menschengeschlecht in «Talk to the demon», einem Stück, das ganz auf Musik verzichtet und allein die Tänzer in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt. Es ist die menschliche, tief verwurzelte Angst, nicht geliebt zu werden, die der Belgier hinter der Fassade der...
Russland und Deutschland werden 2015 ein Paar – was ihren Kulturaustausch angeht. Großbritannien und Russland sind es bereits in diesem Jahr. Einen Sommer lang hat man sich gegenseitig besucht, das Bolshoi reiste nach London, das Royal Ballet nach Moskau. Den Höhepunkt dort gestaltete ein Franzose: Jean-Christophe Maillot. Er inszenierte «Der Widerspenstigen...
