Kettly Noël

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Kettly Noël bezeichnet sich gern als «schwarze Choreo­grafin, die in Afrika arbeitet» – die Differenzierung ist ihr wichtig, denn sie kommt aus Haiti, nicht aus Mali, wo sie heute wohnt – nach Zwischenstationen in Paris und Benin. In den «besseren Vierteln» der Hauptstadt Bamako hat sie ein schönes Haus mit einem Theater im Garten. Dort lebt und arbeitet sie, und wenn sie sich in eine Idee verbohrt, verlässt sie das Grundstück mitunter tage- und wochenlang nicht.

Sie ist eine Besessene, eine Visionärin, die den afrikanischen Tanz von der Tradition befreien und als zeitgenössischen neu erfinden will. Diesen Ansatz teilt sie mit vielen Choreografen des Kontinents, aber sie ist vermutlich die radikalste. Um sich mit ihren Kollegen auszutauschen, hat sie das panafrikanische Festival Dense Bamako Danse gegründet, zu dem sie ihre Mitstreiter aus den Nachbarländern einlädt. Es gibt Aufführungen, Workshops, Träume, und im nächs-ten Jahr, wenn Bamako als Afrikanische Kulturhauptstadt glänzt, soll das Festival besonders groß und stark werden.
«In Afrika nimmt man den Tanz als Kunst nicht ernst, weil er so selbstverständlich ist», sagt sie und bemüht sich nach Kräften, das zu ändern. Mit ihrem ...

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Tanz Jahrbuch 2009
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 138
von Renate Klett

Vergriffen
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