omega and the deer
Norwegen ist ja so reich, und Öl noch immer der stärkste Motor der Welt. Es kommt nur darauf an, wohin man damit fährt. Auch Griechen (Onassis) und Portugiesen (Gulbenkian) wurden mit Öl reich. Bis beide Händler ihre Läden dichtmachten. In den Emiraten werden dagegen noch immer teure Autos gekauft, Golfklubs gegründet und respektierliche shopping malls durchwandert. Norwegen hingegen: baut eine Autobahn, ein Opernhaus und fährt Mittelklasseautos.
Warum so bescheiden? Mühelos könnte Norwegen das ers-te Land der Welt werden, das seinen Bürgern ein Grundeinkommen stiftet oder seinen Kulturetat auf zehn Prozent erhöht. Macht es aber nicht, sondern kopiert all das, was in der Europäischen Union üblich ist – ein Ballett, ein Tanzhaus, ein Tanzfestival – und gibt Geld für gerade mal vier Tanzkompanien aus.
Nur keine Wikinger
Eine davon ist das Ingun Bjørnsgaard Prosjekt. Den Stücktitel «Omega and the Deer» entnahm Bjørnsgaard einer Lithografie des berühmten norwegischen Malers Edvard Munch aus der Mitte seiner Mappe «Alpha und Omega». Omega und das Reh, das sind Munchs Adam und Eva, sein Gender-Mythos, wie ihn Ingun Bjørnsgaard schon in ihrem «Capricorn Domestic» 2002 verhandelte. Das Reh ...
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Tanz Dezember 2011
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Arnd Wesemann
Im großen Zoo der Tanzformen haben sie ihren eigenen Käfig: die Drag-Queens und -Kings, die den Rollenwechsel der Geschlechter tanzen. Männer als Frauen, Frauen als Männer. Man findet sie meist in der Sektion Comedy, aus unerfindlichen Gründen gern bei Firmen-bespaßungen oder beim «Edinburgh Fringe Festival», bei dem die Kompanie
Drags Aloud aus Australien...
Das Wörtchen «Schwan» kommt immer gut im Titel eines Tanzstücks. Sofort geht mentaler «Ballettalarm» los. Auch der Bielefelder Tanztheaterchef Gregor Zöllig bezieht sich in seinem «Schwanengesang» auf die diversen Vogeltode in der Ballettgeschichte. Doch holt er die romantischen Motive radikal ins Hier und Jetzt, denn: Sind wir nicht alle ein bisschen Schwan?
Die...
Im Stil eines Showmasters schmettert René Reinhardt seinen Jingle: «Die ‹euro-scene Leipzig› präsentiert zum zehnten Mal den Wettbewerb ‹Das beste deutsche Tanzsolo›!». Und springt hinein ins Licht der Scheinwerfer, auf einen runden Holztisch von sieben Meter Durchmesser, umringt vom Publikum im Ring-Café. Die Zuschauer sind mit Getränken versorgt. So entspricht...
