Ohne Atem
Jérôme Bel, Choreograf und Tanzdenker, entdeckte bei einem Aufenthalt in Thailand Pichet Klunchun. Jetzt präsentiert er sich mit ihm auf einschlägigen Festivals wie demnächst in Montpellier und Salzburg, um mit ihm über die Kunst zu reden, wie er es vorher mit einem niederländischen Theatermann und einem italienischen Musiker tat. Bei seiner eigenen Vorstellung spricht Klunchun nicht. Er tanzt. Nach Europa geholt hat ihn Frie Leysen zu ihrem KunstenFestivaldesArts nach Brüssel.
Was der energischen Festivalleiterin an Pichet Klunchun wohl gefallen hat, überträgt sich auf seine Zuschauer: die hochkonzentrierte Energie mit geradezu hypnotischer Wirkung. Sie ist wohl seinem Studium des Khon zu verdanken, das er seit seinem 16. Lebensjahr betreibt. Khon ist eine der beiden wichtigen klassischen Tanzformen ihn Thailand, eine dramatische Kunst, ein Maskenspiel streng kodifizierter Bewegungen, die dem Akteur höchste Körperbeherrschung abverlangt. Dass diese Bewegungen seine Choreografien weitgehend bestimmen, kann auch der Laie erkennen. Aber sie sind nur die Basis für etwas Neues, anderes.
Bei Pichet Klunchun ist es, anders als bei Künstlern aus anderen fremden Kulturen, egal, dass man ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Kreative Tanzerziehung tut Kindern gut – und hat Folgen. «Es gibt weniger Konkurrenz, weil es auch beim Tanz keine Gewinner und Verlierer gibt.» Martin Burr, Sportlehrer an einer Kölner Grundschule, geriet wie mancher Pädagoge ins Staunen: 37 Schulen setzten das Projekt «Tanz in der offenen Ganztagsgrundschule» 2004 auf den Stundenplan – eine Entwicklung, die...
Germaine Acogny, die Grande Dame des afrikanischen Tanzes, betreibt eine Schule mit Bungalows und Sandtheater im märchenhaft schönen Toubab Dialaw bei Dakar in Senegal. Durch die fehlende Rückwand in der Bühne ihres Tänzerdorfs sieht man kilometerweit in die Savanne und über den Atlantischen Ozean. Hier studieren Studenten aus ganz Afrika. Nur aus...
Von Göttlichkeit nicht die Spur, auch wenn Maurice Béjart für Marcia Haydée einst ein Greta-Garbo-Ballett namens «Divine» geschaffen hat. «Ich bin ein ganz normaler Mensch, keine Ikone», sagt die ehemalige Ballerina und Direktorin des Stuttgarter Balletts am Ende eines ausholenden, gleichwohl einfühlsamen Gesprächs. «Und das will ich auch weiterhin bleiben.» Kein...
