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venedig: biennale danza
Das Boot verlässt den Canal Grande, schaukelt wie in einer Flussmündung und legt gleich darauf am Arsenale an, dem alten Fort von Venedig, das nichts anderes mehr verteidigen muss als die Kunst. Hier wird der «Goldene Löwe» diesmal an Maguy Marin verliehen, die sich mit Adam und Eva, ihrem «Duo d'Eden» von 1986 nämlich, bedanken möchte. Eine Zeitreise unternimmt auch die Company von Trisha Brown, die vier frühe Werke der Meisterin präsentiert, darunter «Planes» von 1968.

Thomas Hauert zeigt «Inaudible», und gleich zwei seiner Mitstreiter – Albert Quesada und Gabriel Schenker – sind sogar doppelt, weil auch mit eigenen Arbeiten vertreten. Schließlich wird Daniel Linehan mit seinen fiktiven Stammestänzen unter dem Titel «dbddbb» (tanz 1/16) das Arsenale in einen Ort dadaistischer Zweckfreiheit verwandeln. Karneval im Hochsommer. Man wird das Boot zurück verpassen wollen.

Vom 17. bis zum 26. Juni labiennale.org

stuttgart: salome, nijinski  
Zwei Skandalfiguren, von den beiden Haus-Cho-reografen des Stuttgarter Balletts fast zeitgleich präsentiert: eine künstlerische Konstellation, die es aus verschiedenen Gründen in sich hat. So muss sich Demis Volpi, der die ...

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Tanz Juni 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 33
von

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Warum präsentiert sich eine junge aufstrebende Choreografin und Tänzerin in Disziplinen, die sie nicht beherrscht? «Ich bin keine Sängerin», gibt Lea Moro freimütig zu. Und gerade weil ihre unverbildete Stimme Ohrwürmer anders klingen lässt, möchte man umso genauer hinhören. «Ich bin auch keine Rollschuhläuferin», bekennt sie und stemmt die...

Krefeld: Robert North: «Rhapsodie und Rumba»

Die Luft vibriert. Ein Duett? Ein Duell. Zwei, die sich so leidenschaftlich anziehen wie abstoßen, umkreisen einander. Virtuos. Bis der Mann, ganz in Schwarz, und die Frau, ganz in Rot, die Contenance verlieren – und er sie erwürgt. «Lights out» rockt dazu Little Walter. So dramatisch geht es nicht in allen Tanz-Splittern zu, die sich am Theater...

naked

Rau, pur und nackt war der Tanz, den Dominique Dumais in Mannheim schuf – jedenfalls im Rahmen der drei abstrakten Tanzstücke, in denen sie Bewegung selbst untersuchte. In «R.A.W.» entsprang diese Bewegung 2012 der menschlichen Lust und Energie, «Pure» konzentrierte sich 2014 auf Schwerkraft und Schwung, und nun zeigt Dumais die Nacktheit der Seele auf, mit der ein...