worüber niemand spricht
Ein Tabu ist etwas, über das allgemeines Stillschweigen bewahrt wird. Aber nicht, weil es zum betreffenden Thema nichts zu sagen gäbe – im Gegenteil: All die im Kollektivbewusstsein angesammelten Klischeevorstellungen und Vorurteile machen aus der Thematisierung eines Tabus sehr schnell eine Angelegenheit, die je nach Standpunkt und Geschmack als willkommene Blamage oder skandalsüchtige Verleumdung ohne jeden realen Hintergrund empfunden wird. Sexuelle Belästigung von professionellen Tänzern ist so einTabu: Es ist ein Thema, das keins ist.
Inzwischen hatte schon fast jedes System – ob Kirche, Waisenhaus, Modelbranche, Psychotherapie oder Spitzensport – seine Auseinandersetzung damit. Nicht so das Theater. Und nicht der Tanz.
Während andere «blinde Flecken» der schönen Kunst wie Essstörungen und Karriereende inzwischen nach wie vor ein Problem darstellen, hier aber immerhin ein gewisses Problembewusstsein herrscht – bei Ersterem weniger, bei Letzterem in vorbildlicher Weise –, bleibt der große Enthüllungsbericht über sexuelle Belästigung von Tänzern in der Ausbildung oder im Ensemble aus. Etwa deshalb, weil hier zwar Menschen miteinander an einer Kunstform arbeiten, in der auch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Vor 25 Jahren entrümpelten Amie Swanson, Fabrice Dugied und Freunde eine alte Manufaktur auf den Hügeln des Pariser Arbeiterviertels Belleville. Gerade feierten sie drei Tage lang das Jubiläum, mit Koffi Kôkô, Daniel Larrieu und anderen. Damit dem Traum nicht die (finanzielle) Luft ausgeht, üben sie jetzt das Networking. Mitten in Paris schufen sie zusammen mit...
ist die diesjährige Auserwählte der «Rolex Mentor and Protégé Arts Initiative». Die Grande Dame des Postmodern Dance wird sich um den australischen Tänzer und Choreografen Lee Serle kümmern. Seit 2008 bewegt sich der 28-Jährige in der Szene seiner Heimat Melbourne, tanzte bei Lucy Guerin und Chunky Move. Nachdem er sich an zwei Stücken selbst versucht hat, wird ihm...
Als Sadler’s Wells im vergangenen Jahr anlässlich des Ballets-Russes-Jubiläums vier Choreografen bat, sich vom Geist Sergei Diaghilews inspirieren zu lassen, gehörte zu den Auserwählten Russell Maliphant (neben Sidi Larbi Cherkaoui, Wayne McGregor und Javier De Frutos). Für das Solo «AfterLight (Part One)» nahm Maliphant Fotografien von Waslaw Nijinsky und dessen...
