Wir sind alle Alice
Das wird die große Leistung Giorgio Madias in Wien bleiben: In nicht einmal zwei Spielzeiten hat der gebürtige Milanese an der Volksoper ein eindrucksvolles Ensemble aufgebaut, das auf klassischer Basis zeitgemäßes Ballett tanzt. Auch wenn der mit choreografischen Ambitionen veranlagte Ballettchef es nicht gern hört: Er ist vor allem ein hervorragender Maître de ballet. Zu seiner letzten Premiere an der Volksoper, der 90-minütigen Show «Alice» nach Lewis Carrolls «Alice In Wonderland», zeigte er die schönsten Beine der Stadt.
Auch sonst stellt der Ballettdirektor seine Tänzer zur Schau. Die Physis wird nicht nur in den akrobatisch-architektonischen Leistungen, sondern auch mit knapp geschnittenen Kostümen betont. Das wirkt etwas frivolund würde bei einer Spur mehr Glitzer auch in ein erstklassiges Varieté passen.
Die Oberfläche ist picobello und das führt zu reizvollen Momenten. Giorgio Madia trieb seine Ausstatterin, Cordelia Matthes, dazu an, es bühnentechnisch recht intensiv Alice gleich zu tun. Da springt das sexy Girl mit Pagenfrisur im kurzen Röckchen dem nur einbeinig behosten Hasen in die Tiefe nach, trifft auf der Drehbühne aufs wundersame Raupentier und wird mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Er war’s doch immer schon. Eine harmonische Einheit von Musik und Körper. So definiert es das «einzige demokratische» Lexikon «Wikipedia». Erst im Tanz erscheint der Mensch wirklich schön. Sogar der hässliche Mensch wird schön, wie Undine Eberlein in diesem Heft schreibt. Schön ist auch – aber das war wohl mal – die Freiheit. Die freie Bewegung, von der Friedrich...
It couldn‘t have escaped anyone‘s notice in Holland. For weeks, billboards and TV and newspaper ads urged all unemployed, well-to-do ballet fans to take a five day trip to Groningen for the Diaghilev experience: three ballets by Fokine, two by Balanchine, Nijinsky and Massine and one each by Lifar and Nijinska to supplement an exhibition on Diaghilev‘s world of...
Noch einer, der seine Koffer packt. Alexander Frangenheim, Bassist und Spezialist für improvisierte Musik, will spätestens im Sommer den Umzug von Stuttgart nach Berlin schaffen. Eine Häutung habe er hinter sich, so Frangenheim: «In Berlin gibt es eine große offene Szene. Ich habe mich sofort zu Haus gefühlt, weil ich Tänzer und Musiker treffe, mit denen ich was zu...
