mono-ikonografie: Carolyn Carlson
In Frankreich formt die Amerikanerin finnischen Ursprungs Wörter zu Gedichten, «visuelle Poesie» choreografiert sie, was nun in einer fotografischen Gedichtsammlung mündet. Auf dem Titel prangt ein Bild aus ihrem Film «Writings in the Wall» (1979). Ihr Gesicht überzieht sie mit schamanistischen Pinselstrichen. Dreißig Jahre Tanz werden in dem Buch eingefangen, von einer Fotografin: Claude Lê-Anh. Carolyn Carlsons Werk gewinnt so Kohärenz, als hätte sie von Anfang an ihr Lebenswerk geplant, ruhig und stetig.
Den Anfang bilden Schnappschüsse der Groupe de Recherches Théâtrales de l’Opéra de Paris, man sieht unsere Heldin auf dem Rennrad mitten im Opernhaus. Carolyn Carlson gibt es als tigerndes Top-Model oder in rotem Samt am Strand, wie von Christo persönlich verpackt. Auf der Bühne zeigt sie sich gern mit Tero Saarinen, Marie-Claude Pietragalla, Jorma Uotinen. Nur einer sticht sie alle aus: der betörende, androgyne Larrio Ekson bei den Proben in der Rotonde, dem historischen Probensaal der Garnier-Oper.
Philippe Verrièle, «Carolyn Carlson. Paris Venise Paris»,
Actes Sud, Arles 2010
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Thomas Hauert arbeitet mit dem Zürcher Ballett. Eigentlich eine gute Nachricht – und ein mutiger Entschluss von Ballettdirektor Heinz Spoerli. Kurz davor hatte Hauert in Zürich «You’ve changed» mit seiner Kompanie ZOO gezeigt – bei Weitem nicht sein bestes Stück. Nun musste er die klassischen Tänzer am Opernhaus mit seiner Improvisationstechnik vertraut machen –...
erhielt beim Festival «Favoriten» den neuen Jugendjury-Preis und den ebenso neuen Förderpreis des NRW Kultursekretariats für die Produktion «Welle: Asphaltkultur». Die Performance mit Masterclass-Studenten der HipHop Academy Hamburg, so die Jury, sei «eine klare, eine radikale Sicht nicht auf die Szene, sondern aus der Szene.» Den Mut, sich ihren Vätern zu stellen,...
Der Koleiter der Berner Dampfzentrale wurde während des Festivals «Tanz IN. Bern» mit dem «Ordre des Arts et des Lettres» des französischen Kulturministeriums geehrt. Der 1963 in Olten geborene Tänzer und Choreograf leitet seit 2005 das zeitgenössische Kulturzentrum für Tanz und Musik zusammen mit Christian Pauli.
