«Kretanja/Movements», Zagreb 2017
Zeitschrift: Tanzolympiade 1936
1936 fanden die Olympischen Spiele in Berlin statt. Kurz davor organisierte Rudolf von Laban die «Tanzolympiade». Auf dem Siegerpodest stand die Kroatin Mia Čorak Slavenska, die das 1929 gegründete Königreich Jugoslawien als «freie Tänzerin» vertrat. Die UdSSR, Frankreich, England, Schweden und die USA sagten ab, da man Ballett mit Ausdruckstanz nicht vergleichen könne. Die Nazis taten ihr Übriges. Ernsthaft geplant war, dass Harald Kreutzberg, Mary Wigman und Gret Palucca Gold, Silber und Bronze gewinnen würden. Doch laut Publikumsvotum musste Palucca der Slavenska Platz machen.
Anstelle von Metall gab es nur noch Ehrenpreise. Slavenskas Schuld.
Kein Wunder, dass sie heute Gegenstand der kroatischen Tanzforschung ist, zuletzt bei einem Symposion 2016 in Zagreb. Sechs Autorinnen machten sich auf die Suche nach den Umständen des seltsamen Siegs bei den «Internationalen Tanzwettspielen anlässlich der 11. Olympiade Berlin». Dabei stießen die Forscherinnen auf eine weitere Kroatin, Nevena Perko, die bei Gertrud Kraus in Wien studierte und sich ebenfalls erfolgreich bewarb. Die Quellen fließen bei ihr reicher als bei Slavenska, zumal Perko in der Kategorie «Folklore» mit der ...
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Tanz Januar 2018
Rubrik: Medien, Seite 65
von Arnd Wesemann
Sie war die erste «Sylphide», die Ballerina der romantischen Epoche par excellence. Gegen Ende ihres Lebens füllte Marie Taglioni (1804 – 1884) hunderte von Notizbuchseiten mit teils pikanten Memoiren. Fast sechzig Jahre lang verbargen ihre Nachfahren die Dokumente vor der Öffentlichkeit, einzig Léandre Vaillat durfte sie für seine 1942 veröffentlichte Biografie...
Das «Making-of» sollte man sich nicht entgehen lassen. Ursprünglich entstand «Young Men» von Iván Pérez als Bühnenproduktion: eine eher abstrakte Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg, dessen Widerhall sich noch in den Köpfen und Körpern junger Menschen erspüren lässt. Bereits während der Entstehung wurde den beiden Direktoren der BalletBoyz bewusst, wie gut...
Und ein Fotograf. Noch bevor die Vorstellung beginnt, verewigt er sich und einen Zuschauer auf einem Selfie, um sich dann der Bühne zuzuwenden. Ewigkeitswerte gibt’s dort jedenfalls zuhauf. In einer bunten Bildfolge lässt Susanne Linke blitzlichtartig die Welt eines Hieronymus Bosch wiederaufleben, bevor sie sich auf die eigenen Tanz-Tableaux konzentriert. In einer...
