körpersprech

Tanz - Logo

Bei jedem großen Fußballturnier nutzen Feuilletonisten die Chance, Brücken zwischen Ball- und Bühnenspiel zu schlagen, gewissermaßen den Kick im Welttheater zu entdecken. Und zweifellos gibt es Spieler mit einer so genialen Motorik, dass sie damit auch Tanzstars werden könnten. Das beweisen nicht nur ihre eingeübten Choreografien beim Torjubel.

Umgekehrt führen uns seit geraumer Zeit – zuletzt bei der jüngsten Europameisterschaft in Frankreich – Kommentatoren und Experten des Fußballfernsehens ihren Scharfsinn auf einem Gebiet vor, das lange eher Tänzern und Schauspielern, Komikern und Pantomimen vorbehalten schien.

So gut wie immer wenn sich Moderator und Experte, die Buddy-Paare des Sofakinos, über ein Match auslassen, analysieren sie mit großer Geste die «Körpersprache» der Spieler. Ohne auch nur anzudeuten, was sie tatsächlich gesehen haben, heißt es dann: «Ihre Körpersprache zeigt deutlich, dass sie am Ende sind.» Oder: «Die Körpersprache ist jetzt eine ganz andere.» Das läuft in den Dialogen des Berufskomikers und Moderators Oliver Welke mit dem Ex-Spieler Oliver Kahn im ZDF kaum anders als in denen des Möchtegern-Komikers Matthias Opdenhövel mit dem Ex-Spieler Mehmet Scholl ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2016
Rubrik: Warm-Up, Seite 1
von Joe Bauer

Weitere Beiträge
tanzendes antlitz

Vielleicht ist es so gewesen: «Rodin erfasste mit einem Blick ihren gedrungenen Körper von der etwas unbeholfen aufgesteckten Takashimada-Frisur bis zu den in weißen Strümpfen und Chiyoda-Sandalen steckenden Füßen und drückte ihre kleine feste Hand.»

Irgendetwas an dieser Frau, die da plötzlich in seinem Atelier steht, ist faszinierend. Der Bildhauer wendet...

quellenkunde

«Was erzählen Fotografien über Tanz?» Diese gegen Ende des Sammelbandes «Tanzfotografie. Historiografische Reflexionen der Moderne» von Tessa Jahn aufgeworfene Frage kehrt als Leitmotiv in sämtlichen Beiträgen wieder. Vierzehn an der Zahl, findet sich unter ihnen nicht ein Ausreißer nach unten; manche sind dazu noch spannend zu lesen. So erzählt die Schweizer...

clip des monats

Rain Kencana heißt die Filmkünstlerin, die ein wunderbares Videotanz-Werk realisiert hat – in den weiten Räumen des alten Stadtbads in der Oderberger Straße in Berlin. Damit gewann sie 2012 den Preis des internationalen TanzFilmFestivals «Pool», eine Kollaboration u. a. mit dem post theater, Dock 11, tanz und dem Online-Sender für bildende Kunst, Ikono. tv, der...