Der Lehrer: Andrew Morrish
Mit viel Erfahrung als Solist in Australien und zuletzt mit 62 Jahren in der Serie «Unter Uns» von Silke Z. auf der Bühne, darf man fragen: Was ist ein guter Performer?
Das Geheimnis guter Tänzer ist die Qualität ihrer Spannung (tension), die dazu dient, Aufmerksamkeit (attention) zu erzeugen. Es ist nicht bloß die Virtuosität einer Bewegung oder die Art, wie Tänzer einen Charakter darstellen. Was mich in einer Aufführung bannt, ist die Aufmerksamkeit der Tänzer gegenüber ihrer eigenen Situation auf der Bühne, ihr Bühnen-Engagement im ganz wörtlichen Sinn.
Sie müssen wirklich da sein. Wenn ich Solo-Improvisation unterrichte, dann nur zu diesem Zweck: damit sie sich auf der Bühne durchsetzen, und zwar völlig unbesehen von all ihren sonst noch erlernten Fähigkeiten.
Wie unterrichtet man Aufmerksamkeit?
Indem man den Leuten erlaubt, mit ihrer eigenen, ganz persönlichen Haltung zu spielen. Ich lenke die Aufmerksamkeit auf ihre Aufmerksamkeit. Das ist weniger eine philosophische, vielmehr eine individuelle Frage, wie sehr ein Tänzer die Aufmerksamkeit auf die eigene Spannung zulässt. Diese Spannung ist die Quelle. Ich frage: Was spürst du? Nervosität, Freude, traust du dir selber? ...
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Tanz April 2014
Rubrik: praxis, Seite 74
von Arnd Wesemann
Frischer Wind kann nicht schaden, und davon gibt es im «Programma B» des Nederlands Dans Theater 2 am Ende mehr als genug. «B.R.I.S.A.» nennt Johan Inger seine neueste Choreografie, und wenn der Titel letztlich für Begriffe wie «Behold», «Raw», «Impossibility», «Sings» und «Ahead» stehen mag, weckt er zugleich auch die Vorstellung einer steifen Brise, der sich die...
im mai: volkstanzen_________
Ein Experiment. Vier Künstlerinnen des zeitgenössischen Tanzes stoßen auf eine begeisterte Menge von Volkstänzern. Diesen geht es vor allem um das Erleben von Gemeinschaft: Hände fassen, sich in die Augen schauen, zusammen tanzen. Bodenständig, unkompliziert, ohne Tracht und Stildünkel, ohne Kunstwollen und intellektuelle Reflexion....
Noch ist die Erinnerung nicht verblasst. Aber die etwas altersschwache und grobkörnige Filmeinblendung am Anfang der Dokumentation lässt ahnen, wie lange das wirklich her ist. Dennoch ermöglicht der kurze Szenenausschnitt, mehrfach wiederholt, einen Eindruck davon, wie das Wunderwerk von Jerome Robbins einmal ausgesehen hat. 1953 wurde «Afternoon of a Faun»...
