Tanz kennt keine Nation
Wenn Medienpräsenz ein Indikator dafür ist, was uns bewegt, dann gibt es in den letzten Jahren einen klaren ersten Platz: das Wandern. Wir pilgern mit TV-Moderatoren zum Lebenssinn und stärken unseren Glauben an das Leistungsprinzip mit Auswanderer-Soaps. «Mein neues Leben» beginnt mit «Goodbye Deutschland». Wahrlich, unsere Sehnsucht ist grenzenlos. Aber jedes Ding hat zwei Seiten, und die dunkle der Migration ist die Freizügigkeit der Anderen. Jener, die in der «Tagesschau» über das Mittelmeer kommen oder aus dem Osten oder aus Neukölln «mit Migrationshintergrund».
Wie gut, dass es noch Grenzen gibt?
Sehen wir’s mal so: Stellen Sie sich vor, George Balanchine wäre in Russland geblieben oder William Forsythe hätte New York anstatt Stuttgart, Frankfurt, Dresden, den Vorzug gegeben. Mit wem sollte John Neumeier seinen «Othello» besetzen, wenn nicht der Kubaner Amilcar Moret Gonzalez nach Hamburg und Jason Reilly aus Kanada nach Stuttgart gekommen wären? Nicht, dass wir sie auf die Rolle festlegen wollen. Aber wir können von Glück sagen, dass Tänzer sich vom Wandern nicht abhalten lassen. Nicht von Stereotypen und Vorurteilen und auch nicht durch Bürokratie. Von Nijinksky bis ...
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Es gibt einen sehr schönen Moment in Jochen Ulrichs Ballett «Campo Amor» am Linzer Landestheater: Wenn sich im Bühnenhintergrund ein Kulissenvorhang herabsenkt, der das Bild einer zuvor nur angedeuteten Theaterruine vervollständigt. Da spiegelt sich das Theater in sich selbst, als Raum und als Illusion, die das Innere des berühmten Kinos und Theaters Campo Amor in...
Pascal Touzeau wird 2009 Ballettdirektor am Staatstheater Mainz. Er übernimmt den Posten von Martin Schläpfer, der nach Düsseldorf wechselt. Vor 39 Jahren in Bordeaux geboren, tanzte Touzeau erst in Bonn bei Youri Vàmos und als Solist in Wiesbaden bei Pierre Wyss. Es folgten zehn Jahre am Ballett Frankfurt bei William Forsythe. Nebenan am Mousonturm versuchte er...
Drei Tage lang schienen sie dem Tod geweiht. Umgeben von Dunkelheit, Kälte, erdrückenden Wassermassen am Grund des Pazifiks. Das Tauchboot Pris As-28 hatte sich in der Verkabelung einer unterseeischen Abhöranlage verheddert. Dann werden die sieben russischen Matrosen geborgen. Und können den Himmel wieder sehen: «Hoch oben weites Blau»! Unfall und Bergung gehen...
