Benois de la danse an der Moskwa
Man stelle sich vor: Der Ballett-Oscar wird vergeben. Und keiner kommt. Verletzt oder verhindert, wurden Marie-Agnès Gillot, Mathieu Ganio und Svetlana Zakharova in Abwesenheit von einer Jury unter Vorsitz von Yuri Grigorovich als beste Tänzer des vergangenen Jahres ausgezeichnet: Marie-Agnès Gillot für ihren Anteil an «Signes» an der Pariser Opéra, Ganio für seine Interpretation des James in «La Sylphide» der selben Kompanie und Svetlana Zakharova für ihre Titania im «Sommernachtstraum» von John Neumeier, den das Moskauer Bolshoi nun sein eigen nennen darf.
Auch Trisha Brown, für ihr Lebenswerk geehrt, glänzte bei der 13. Ausgabe des Benois de la danse durch Abwesenheit. Dafür war Hans van Manen angereist, um im Bolshoi-Theater seinen Benois des Vorjahrs abzuholen – eine Skulptur von Igor Ustinov, weitläufig verwandt mit dem Namenspatron des Wettbewerbs, Diaghilews Bühnenbildner Alexandre Benois. Anwesend war auch Hausherr Alexei Ratmansky, der als Choreograf für seine «Anna Karenina» am Kongelige Danske Ballet ausgezeichnet wurde – ganz offensichtlich eine politische Entscheidung, was man an den bereit gestellten Ratmansky-Balletten ablesen konnte. Dafür beeindruckten einige der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Akt als Objekt, Mensch als Skulptur – das ist, woran Xtine Petit modelliert. Die Intimität, so hofft die in Berlin lebende Französin, wird umso stärker, je kühler sich das Resultat zeigt. Strikt schwarz-weiß. Eine unmittelbare Identifikation ist nicht möglich. Der Körper ist ein Körper. Nur seine Form tanzt. Nicht die Person. In Cherbourg und Rouen ausgebildet, hat...
Warum? Warum? Wahrscheinlich kann Philippe Talard die Frage nicht mehr hören. Wie kommt ein Mann von Welt dazu, sich ausgerechnet auf Gefängnisprojekte einzulassen? Talard sagt nur ein einziges Wort: Genet. Jean Genet. Seine Texte haben es ihm angetan. Die Art, wie er schreibt. Die gemeinsamen biografischen Bezüge. «Wir beide», erzählt er, während er die erste...
Sölden liegt im Ötztal, Österreich. Da, wo ein einsamer Alpenüberquerer, vom Gletscher ausgespuckt, der hiesigen Tourismusindustriemaschine mächtig Auftrieb gab. Seitdem erinnert man sich an den Wagemut. 218 v. Chr. überquerte Hannibal aus Kathargo in nur zehn Tagen mit 60 000 Mann und seinen berühmten 37 Elefanten die Alpen. Aus Südfrankreich kommend fiel sein...
