Jared Gradinger
Jared Gradinger und Angela Schubot stehen sich gegenüber und schließen die Augen. Bis zum Ende ihrer knapp einstündigen Tanzperformance «is maybe» im Juni im Berliner HAU werden sie sie nicht öffnen. Eyes wide shut. Kein Blick fällt auf den anderen. Denn Blicke schaffen Distanz. Die beiden sehnen sich nach grenzenloser Nähe. «is maybe» kreist um den Wunsch, vom eigenen Ich erlöst zu werden. Zu zarten Ambient-Klängen dringen die Tänzer tiefer und tiefer in die Sphäre reiner Empfindung.
Erschöpft, aber glücklich sei er, sagt Gradinger im Gespräch.
Er wirkt wie jemand, der gerade eine intensive Erfahrung gemacht hat, für den sich eine Tür geöffnet hat. «Wir hatten eine zweieinhalbjährige Forschungsphase hinter uns. Unsere Körper waren so hungrig, als wir mit den Proben zu ‹is maybe› begannen.» Mit geschärften Sinnen bewegen sie sich aufeinander zu, zuerst ist alles nur Tasten, nicht mal Anfassen. Eine hoch erotische Szene. Dann presst er seine Hand in ihr Gesicht, sie drückt ihn mit ihrem Gewicht zu Boden. Beide japsen wie Wrestler bei ihren eisernen Umklammerungen. Was so zärtlich begann, wird zum aggressiven Akt.
Auch die schwebenden Skulpturen von Mark Jenkins zeigen die ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Performer des Jahres, Seite 123
von Sandra Luzina
«F.U.B.A.R». steht für «Fucked Up Beyond Any Recognition» und bezeichnet militärische Zerstörung bis zur Unkenntlichkeit. Kirstine Ilum besitzt in diesem Stück den furchtlosen Hang zur extremen Aktion, kontrolliert nur durch ihren starken künstlerischen Willen, der selbst die Jungs des Mute Comp. Physical Theatre noch um Längen schlägt. Der Vergleich mit der Armee...
Man muss ja nicht so weit gehen und den Mann eine Lichtgestalt nennen, wie es die Frau vom Bezirksausschuss tut. Sie treibt Hans-Georg Küppers damit glühende Röte ins Gesicht. Münchens Kulturreferent hat seine Fans in allen Schichten der städtischen Hierarchie, ganz oben, in der breiten Mitte und eben auch in den kleineren Verwaltungsbereichen. Denn der SPD-Mann...
Das Gewohnte weiter bewohnen. Bühnenluft bis zur Rente einatmen. Wär’s das? Etwa als Ballettmeister, Kompaniemanager, Dramaturg oder Choreologe?
