Zakharova, Vasiliev et al.: Kniefall vor Putin

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Der Ökonom Friedrich Glasl hat vor vielen Jahren das bis heute gängigste Modell der Konflikteskalation entwickelt. Bei entsprechender Ausgangslage wandern Kontrahenten demnach über neun Stufen der wechselseitigen Vernichtung entgegen. Was mit einer Meinungsverschiedenheit beginnt, verhärtet sich so lange, bis die Ausschaltung des Feindes sämtliche Handlungen diktiert. Schon in Phase 3 des Geschehens werden Verbündete rekrutiert, um die eigene Position zu zementieren.

Wer die Dynamik verstehen will, sollte sich ans eherne Gesetz aller Systemanalytiker halten: nicht bewerten, sondern beschreiben.

Also dann: Im russischen Kultusministerium kam Anfang März die Idee auf, prominente Künstler anzusprechen und um ein Votum zum Vorgehen Russlands in der Krim-Krise zu bitten. Binnen weniger Tage hatten weit über 500 Damen und Herren ihre Unterschrift unter eine Erklärung gesetzt, die Unterstützung für Putins Annexionskurs bekundete und auf die «Gemeinsamkeit unserer Völker und Kulturen» abhob. Die Eingemeindung galt den ukrainischen Nachbarn, insbesondere den Krim-Bewohnern, die wenig später über den Beitritt zur russischen Föderation entscheiden sollten. Ins Auge fiel, dass fast alle großen ...

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Tanz April 2014
Rubrik: menschen, Seite 30
von Dorion Weickmann

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