Angie Hiesl: «... HAAR und HAAR und HAAR und ...»
Selten beschreibt ein so schlichter Titel so präzis, was zu erleben ist. Zunächst mal: 1,5 Tonnen Haare. Kein Friseur dürfte je so viel geschnittenes Haar gesehen haben.
Angie Hiesl lässt in ihren Performances Vertrautes unvertraut erscheinen. Im Haar hat sie etwas gefunden, zu dem jeder ein emotionales Verhältnis hat. Zu viel oder zu wenig – je nachdem bedeuten Haare Last oder Lust für ihre Träger. Liebe, Krankheit, Geschenk und Opfer: Auch die Kultur- und Religionsgeschichte lässt sich als haarige Sache erzählen.
In Köln erzählt Angie Hiesl es in einer alten Fabrikantenvilla, in einem verwilderten Garten und in der denkmalgeschützten Fabrikhalle gegenüber.
Das Ambiente der Räume setzt die Grundstimmung des Abends. Melancholisch und märchenhaft im ersten Teil, dem Rundgang durch Villa und Garten. Bitterer und absurder in der ehemaligen Industriehalle. In einem Raum der Villa, der mal Salon mit Terrasse war, steht wadenhoch Wasser auf dunklem Boden, der von goldfarbenen Rosetten bedeckt ist. Darin schwimmt eine aufgeschlitzte, hellgrüne Liege, in der bäuchlings eine Frau steckt. Auf den ersten Blick ein Seerosenteich mit Meerjungfrau. Auf den zweiten ein filigranes Arrangement ...
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Tanz August/September 2006
Rubrik: Kalender onstage, Seite 46
von Christina-Maria Purkert
Meg Stuart,
Sie werden bei den Salzburger Festspielen eine neue Arbeit mit dem Arbeitstitel «It’s Not Funny!» vorstellen. Worum soll es gehen? Um etwas, das wir gut kennen – um Momente, in denen Humor schmerzt und Situationen peinlich werden, weil man aus dem sozialen Code gerät. Es geht um Akzeptanz darum, wie wir für einander performen. Also für das Publikum und...
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