Helena Waldmann: «Return to sender – Letters from Tentland»
Manche wähnen das Land der Zelte irgendwo dort, wo einem die Zensur einen Strich durch die Rechnung macht. Doch Tentland liegt überall. In Ansichtskarten aus aller Herren Länder schnitt Helena Waldmann jene konischen Zelte, die im Iran das «schwache» Geschlecht vor männlichen Blicken «schützen». Es ist eine Frage der Perspektive.
Auch im Iran haben die Menschen ein normales Leben, nur eben nicht in der Öffentlichkeit, sagt die Leiterin des Projekts.
«Return to Sender – Letters from Tentland» ist ihre Antwort auf den «Wunsch» der iranischen Regierung, das Stück mit den sieben Zeltbewohnerinnen aus Teheran nicht mehr zu spielen. Weitere Aufführungen wären ein Risiko für die Darstellerinnen gewesen. Jetzt erzählen sieben Exiliranerinnen im Zelt von ihrer Fremdheit in Europa. Für ihre «Schwestern» in Teheran sind sie «das Bild der Freiheit».
Doch der Schein trügt. So neigen, drehen und falten sie ihre Polyamid-Käfige genau wie in der ersten Version. Sie stehen Kopf, singen, hüpfen, schreien und mahnen wie in «Letters from Tentland». Dieser Titel, durchgestrichen von «Return to Sender», wirkt wie gestoppt von einem Schlagbaum. Die Briefe der Teheraner Frauen werden nicht mehr ...
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