Lemi Ponifasio
«Alt» ist ein Wort, das der samoanische Choreograf Lemi Ponifasio im Zusammenhang mit seiner Arbeit nicht akzeptieren mag. Denn so lange es die traditionellen samoanischen Tänze auch schon geben mag, die er in seinen Tanzstücken verwendet: Der Kontext, in die er sie stellt, ist radikal zeitgenössisch. Es gehe ihm um das «Menschsein» oder vielmehr um das «Sein», um die Erfahrungen jenseits des Bewusstseins, sagt Ponifasio, der in seiner Heimat ein Sala, eine Art Schamane und Stammesfürst, ist.
Und genau das stellt er auf wundersame Weise her in seinen minimalistischen Tanzmeditationen, die sehr poetisch und gleichzeitig sehr politisch sind.
Wie in «Birds with Skymirrors», das bei «Theater der Welt» im Essener Grillo-Theater uraufgeführt wurde. Ein nur wenige Sekunden währender Videoclip eines ölverseuchten Vogels reicht, immer wieder kurz und blitzlichtartig gezeigt, um dem Treiben auf der Bühne, den kurzen Trippelschritten, den verhaltenen Bewegungen, einen Rahmen zu geben. Menschliche Körper, die sich in Vögel zu verwandeln scheinen, Versammlungen abhalten, eine Gegenkraft zu mobilisieren versuchen. Am Ende ist beides gleich stark, die verzweifelte Not und die Friedensgesten, das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Königlich Dänische Ballett zeigt derzeit zu wenig Charakter. Die meisten der Neuzugänge haben nach dem Engagement von Nikolaj Hübbe nicht genug Persönlichkeit, weder in dänischen Klassikern wie «Napoli» noch in John Neumeiers «Sommernachtstraum», der darum wenig überzeugte. Allein Alban Lendorf schafft es, sogar in Nebenrollen die Aufmerksamkeit auf sich zu...
Nein sagt Philip Taylor, zum gegenwärtigen Zeitpunkt würde er nur ungern eine Ballettschule leiten. «Die Ausbildung ist ein zu hartes Brot, wenn nicht mal geklärt ist, für wen diese Schulen überhaupt ausbilden. Man erwägt nicht, die Kompanien zu fragen, welche Art von Tänzer sie suchen. Denn umgekehrt müssten sich die Schulen dann auch klar entscheiden, für welche...
Gabi Beier eigentlich Tanzdramaturgin, hat Ende 2006 in Berlin-Prenzlauer Berg das Studio ada eröffnet, zugleich Proben- und Spielstätte und mit nur 72 Quadratmetern ein kleiner, fast intimer Ort. Dort macht sie einiges anders als ihre Kollegen der größeren Bühnen. Jenseits großer Namen und internationalen Glamours hat sie regelmäßige Reihen eingeführt wie das...
