Meißner Porzellan und Dresdner Spitze
Dresdens Ballettdirektor Aaron S. Watkin ist dabei, den Wirkungskreis der Kompanie zu erweitern, räumlich und formal. Demnächst stellen sich junge Tänzerinnen und Tänzer als Choreografen vor, auf der neu eröffneten Spielstätte «Junge Szene» wird Stijin Celis «Cinderella» herausbringen. Experimentelle Projekte sind in Hellerau geplant. Wegen des großen Erfolges werden Jirí Bubeniceks Arbeiten für das Albertinum wieder aufgenommen. Unverzichtbar aber bleiben an einem Haus wie der Semperoper opulente Handlungsballette.
In Korrespondenz zur Erarbeitung aller Edelsteinchoreografien von George Balanchine hat jetzt Judith Fugate dessen Version der «Coppelia», die er gemeinsam mit Alexandra Danilova 1974 nach Petipa kreiert hat, als deutsche Erstaufführung einstudiert. Roberta Giudi di Bagno hat ihre frühere Porzellan-Ausstattung des Stückes in den USA durch Anklänge an Dekors und Farbtöne des «weißen» Goldes aus Meißen verändert. Damit bleibt sie in der Dresdner Linie, klassischen Balletten lokales Kolorit zu geben. So ist Swanhilda in einer zerbrechlichen Teekanne mit Zwiebelmuster zu Hause, entsprechende Farbtöne und Muster in gehauchter Abstimmung bestimmen den Raum und die Kostüme ...
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Aggression und unterschwellige Botschaft, latente Kritik an militaristischem (Tanz-)Gleichschritt, wahnsinnige Politiker und drucksende Anhänger, unterjocht oder begeistert, dazu die eigenen Hardrock-Attacken: Sein neues, sein sechstes und sein erstes abendfüllendes Stück mit dem nicht weiter ergründeten noch erklärten Titel «Political Mother» ist wieder ein...
Jedem Ende wohnt ein Anfang inne, und so mündete auch Livia Patrizis Karriereknick in einen sagenhaften Neustart. 1996 saß die Tänzerin und zweifache Mutter in Weimar fest, während das Ensemble, dem sie bis dato angehörte, gen Basel weiterzog. Die Frage, «wie Menschen teilhaben an Kunst und Gesellschaft», hatte die Neapolitanerin «mit der Muttermilch aufgesogen»....
Nein sagt Philip Taylor, zum gegenwärtigen Zeitpunkt würde er nur ungern eine Ballettschule leiten. «Die Ausbildung ist ein zu hartes Brot, wenn nicht mal geklärt ist, für wen diese Schulen überhaupt ausbilden. Man erwägt nicht, die Kompanien zu fragen, welche Art von Tänzer sie suchen. Denn umgekehrt müssten sich die Schulen dann auch klar entscheiden, für welche...
