alvin ailey...
Wie sieht der Stein gewordene Wunschtraum eines Tänzers oder einer Choreografin aus? Es ist keine gemeißelte elegante Körperhaltung oder ein marmorner Sack Geld. Es ist Raum. Platz. Studio. Bühne. Garderobe, Duschen, Büro. Licht, gute Böden, hohe Decken. So wie dieses riesige Haus namens Joan Weill Center for Dance. Seit 2005 steht es mitten in Manhattan.
Für seinen Bau wurden 65 Millionen Dollar eingeworben, er scheint zu sagen: Tanz ist kein Nischenprogramm. Die großzügige Milliardärsgattin blätterte 13 Millionen hin: Joan Weill.
Andere, wie Oprah Winfrey, investieren ins lebende Material, sie vergibt fünf oder sechs Stipendien. Paul Szilard, der große Impresario, hatte nur 300.000 Dollar zur Verfügung, doch ihm «gehört» das Theater, wie er verschmitzt erklärt. Ein wenig betrachtet er diesen Geldsegen mit Sorge. Er lässt für andere Kompanien, die auch etwas brauchen, nichts übrig. Das liegt nicht nur an Ailey, sondern am Mechanismus: Gibt die eine Milliardärin, ziehen die anderen Millionäre mit, damit es heißt: Hallo, wir Tänzer sind wer! Der Tanz steht jedem offen, das Haus auch. Natürlich gehört es Ailey. Auch wenn er seit 1989 nicht mehr lebt, ist es seins. Als sei der Mann ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2011
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Melanie Suchy
musik
Traditionell ist es der Choreograf, der ein Musikstück entdeckt oder in Auftrag gibt und dann etwas darauf choreografiert.
Das ist beileibe kein schlechter Ansatz.
musik
Ganz egal, was für Musik oder Klänge du dir zum Arbeiten aussuchst: Das Wichtigste ist, dass du dir Gedanken machst über die relative Gewichtung dessen, was wir am Ende zu sehen und zu hören...
Boris Charmatz, es gab viel Aufregung um das Festival von Avignon, als Kulturminis-
ter Frédéric Mitterrand entschied, ab 2013 den Theaterregisseur Olivier Py mit der Leitung zu betreuen. Py unterstrich sofort, dass er das Sprechtheater «verteidigen» werde gegen den «bösen» Tanz. Wie sehen Sie als diesjähriger artiste associé das Verhältnis zwischen den...
Der bekennende Voyeur sucht nach Momenten, in denen sich fremdes Leben manifestiert. Er sucht nichts Spektakuläres, nichts wirklich Fremdes, Aufregendes oder Entblößendes – wenn es nur einen Einblick gibt in ein Paralleluniversum, eine andere Realität, eine Alternative zum Wie und Wo des eigenen Lebens. Der bekennende Voyeur – ist er in fremden Wohnungen zu Gast –...
