atelier für anträge
Wie wollen wir arbeiten? Und unter welchen Bedingungen? Ersteres klären Choreografen und Tänzer der freien Szene individuell. Die Antwort auf die zweite Frage gibt hingegen das System der Kulturförderung am jeweiligen Arbeitsort vor. Öffentliche Förderung ist für freie Tanzschaffende eine Vorbedingung ihrer Tätigkeit. Die Antragsprosa ist der Bewegungskunst vorgängig, Fördervolumina prägen Ästhetiken.
Bestimmt die Kulturpolitik also die Grenzen des Machbaren im Tanz? In Berlin ist die Plattform «How Do We Work It» angetreten, die Arbeitsbedingungen im Tanz zu diskutieren und neue Strukturen zu erproben, mit ihnen anders umzugehen: Solidarität statt Rivalität, Zusammenhalt statt Wettbewerb.
«Viele empfinden das Fördersystem als Druck, es baut ein Konkurrenzverhalten auf», berichtet Veronika Bökelmann von «How Do We Work It». Vereinzelnd wirke das öffentliche Antragswesen – kontraproduktiv für die in Gemeinschaft entstehende wie rezipierte Kunstform Tanz, so klingt es bei ihr durch. Um da gegenzusteuern, organisierten fünf Tanzschaffende aus der Gruppe das «shared office #1»: Öffentliches Co-Working für Choreografinnen und Choreografen in den Berliner Uferstudios. In einem Farblager ...
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Tanz November 2014
Rubrik: praxis, Seite 68
von Elena Philipp
Ein Mann im Umbruch: Benjamin Millepied schlüpft Stück für Stück in seine neue Rolle als Directeur de la danse am Pariser Opernballett, wo er den Staffelstab von Brigitte Lefèvre übernimmt, die ihn zwei Jahrzehnte trug. Ende September stellte er auf der «Biennale de la danse» in Lyon «Hearts and Heroes» vor, die bis auf Weiteres letzte Kreation für sein vor zwei...
In Erinnerungen zu schwelgen, verbietet der Anlass. Vor zehn Jahren, am 21. November, ist Uwe Scholz in Bad Saarow gestorben, von Alkoholkonsum wie Tablettenmissbrauch gänzlich geschwächt: ein vergleichsweise junger Choreograf, gerade mal 45, schmächtig anzuschauen, der als Ballettdirektor in Zürich und Leipzig ein geradezu gigantisches Œuvre hinterlassen hat. Sich...
Wrocław wird 2016 Europäische Kulturhauptstadt. Für das Ballett der Oper Anlass genug, schon jetzt neue Akzente zu setzen, um aus dem übermächtigen Schatten der Megamusikproduktionen herauszutreten. So kann man die erste Premiere der Saison programmatisch sehen: Strawinskys «Der Feuervogel», Bartóks «Der wunderbare Mandarin» an einem Abend – publikumswirksam das...
