web: you make, re make...
...ist ein YouTube-Projekt der israelischen Choreografin Renana Raz. Ihre Tänzer und Ko-Choreografen geraten zuweilen ein wenig in die Klemme: zwischen ihrer Kunst und der populärsten Videosammlung der Welt. Uri Shafir tanzt in «Just a Kid» sein streng künstlerisches Solo. Und aus YouTube sendet ein rothaariger Kraftbolzen von Kind die Imitation seines Tanzes – genießen kann Shafir allenfalls die Selbstironie. In «Re: Reaction» sieht man geschorene US-Marines und auch eine Großmutter, die ein ziemlich ekliges YouTube-Video ansehen muss, das auf der Bühne – nicht gezeigt wird.
Man muss als Publikum selbst zum Laptop. Die in den Rängen verbliebenen Zuschauer sehen live ganz ähnliche Reaktionen auf diesen mysteriösen, aber hier nie öffentlich gezeigten Clip. Dramatisch geht es auch: Das kämpferische Liebesduett «Beauty & Beast» offenbart sich durch YouTube als die Paarung zweier Grizzlybären. Renana Raz’ Konfrontation zeitgenössischen Tanzes mit den seichten Tiefen weltweiter Videoproduktionen ist randvoll von künstlerisch köstlichen Kapriolen. Derzeit erarbeitet sie die zweite Edition: für YouTube und – hoffentlich – mit einer Menge Koproduzenten.
youmakeremake.com
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Tanz Februar 2011
Rubrik: medien, Seite 56
von
Das «White Bouncy Castle», bekannt als schneeweiße Hüpfburg, die William Forsythe zusammen mit Dana Caspersen 1997 für Londons Artangel schuf, haben mittlerweile Tausende besprungen. Auf Luftkissen zugleich die Balance zu halten und zu tanzen, das tut weh. Der New Yorker Kunststudent Andros Zins-Browne, den es an die Brüsseler Schule P.A.R.T.S. verschlug, hat...
Ein Finale comme il faut. «Ça ira» heißt es am Schluss. Das Corps de ballet baut sich an der Rampe auf, als wolle es mit dem Publikum kurzen Prozess machen: eine spektakuläre Szene aus dem Ballett «Die Flamme von Paris» von Wassili Wainonen, auf die auch Alexei Ratmansky nicht verzichtet. Bemüht, die Eigenart des Moskauer Bolschoi-Balletts für die Zukunft zu...
«Break-Dance […] hat sich auch hierzulande etabliert», war am 12. März 1985 auf der lokalen Kulturseite des «Sächsischen Tageblatts» zu lesen – in einem Land, in dem es ihn eigentlich nicht geben durfte. Natürlich waren die sozialen Bedingungen in der DDR nicht annähernd jenen vergleichbar, die in den schwarzen Ghettos Amerikas zu seiner Entstehung beigetragen...
