basel: guilherme botelho «sideways rain»
Hier ist nichts mehr so, wie es bisher war. In Guilherme Botelhos 18. Stück seit 1994 ist die Bühne nackt, sind die Tänzer seiner Kompanie Alias anonym und die Gesten alles andere als alltäglich. Hier stehen keine Möbel mehr herum, niemand ruft länger mit etwas Wasser auf glitschigem Boden ein Schwimmbad ins Leben, und keiner verzappelt sich noch, weil seine Glieder sich selbstständig machen. «Sideways Rain» ist stattdessen eine Art Ostinato, das während fast einer Stunde 15 Tänzer fortwährend von links nach rechts über die Bretter treibt.
Auf allen vieren bewältigen sie zunächst die Bühnenbreite, setzen behutsam im Zweiertakt Zehenspitzen und Handflächen auf: ein kontinuierlicher Fluss von Körpern, die im Strom ihre Autonomie, aber nicht ihre Individualität aufgeben. Jener Vierbeiner kommt langsam, der andere schneller vorwärts, zuweilen werden ein paar Schritte beschleunigt. Aber keine und keiner dieser geduckten Gehorchenden schweift aus, weder nach links oder rechts noch nach oben. Der bespielte – besser: betanzte – Raum reicht nicht über Hüfthöhe hinaus.
Langweilig? Von wegen! Die Variation ist das Thema. Der Gang auf allen vieren schwillt zu einem Sitzen – Gleiten – Abrollen ...
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Tanz Februar 2011
Rubrik: kalender, Seite 38
von Anna Hohler
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Es gibt Schriften, die machen allein deshalb Spaß zu lesen, weil man sehr fasziniert ist von jedem einzelnen Autor, der eine Liebe zum französisch-flandrisch-österreichischen Performancekollektiv Superamas entdeckt hat, sich diese aber schlicht nicht erklären kann. «Dieses schamlose Ausstellen männlicher Stereotypen, diese sexistischen Attitüden» (Elke Van...
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