schock
Brigitte Lefèvre, Sie haben am Pariser Opernballett ein Repertoire aufgebaut, das von Pina Bausch bis William Forsythe, von Filippo Taglioni und Pierre Lacotte bis Wayne McGregor reicht. Also von tradition totale bis innovation totale. Dabei war nicht nur fast alles vertreten, was in der Welt des Tanzes Rang und Namen hat – sondern auch jede denkbare emotionale Farbe. Worauf wollten Sie hinaus? So ein Programm zu machen, ist zunächst einmal ebenso mysteriös wie faszinierend.
Ich habe mich gefragt: Was will ich, wo komme ich her, und wo will ich hin – zusammen mit dieser Kompanie? Woraus besteht ein gutes Repertoire? Am Anfang habe ich mich von meinem eigenen Werdegang leiten lassen. Ich bin als klassische Tänzerin ausgebildet, habe an der Pariser Oper getanzt, bin dann fortgegangen und habe mit Jacques Garnier Le Théâtre du Silence gegründet, eine dezidiert dem Zeitgenössischen verbundene Experimentiertruppe. Wir haben Stücke von Merce Cunningham und Alwin Nikolais einstudiert, und so kam ich mit vollkommen anderen Techniken und Ausdrucksstilen in Berührung, mit Contemporary und Postmodern Dance genauso wie mit Jazz. Dafür musste ich plötzlich andere Gefühlsregister und ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Wahrheit, Schock, Nervenkitzel, Seite 71
von Dorion Weickmann
Nicht, dass man Lea Moro nach zwei Arbeiten als Expertin für die zeitgenössische Interpretation klassischer Kompositionen einführen möchte. Und doch hat sie sich hier profiliert. Da wäre die «Sacre»-Version der damaligen Berliner HZT-Studierenden: Zur Jubiläumskonferenz 2013 erdachte sie das monumentalische Gruppenstück als Solo. Ein Körper als Ensemble: Moro...
Was ist intelligent? Seit dem Sommer 1956, der legendären Dartmouth Conference in den Vereinigten Staaten, gilt als ausgemacht: Intelligenz braucht kein Gehirn. Denken sei bloße Informationsverarbeitung, ein Rechenvorgang, dem die Trägersubstanz, der Körper, herzlich egal sein kann. Seitdem ist auch eine dumpfe Angst in der Welt, die Stanley Kubricks «2001 –...
Die Tänzerin und Choreografin hat sich schon länger einen Namen gemacht, vor allem in Japan und im asiatischen Raum. Aber auf dem internationalen Parkett ist sie ein Neuling, wobei die Auszeichnungen, die sie in letzter Zeit bekommen hat, künftig hilfreich sein dürften. Un Yamada hat eine Ausbildung in Gymnastik, Ballett und Butoh vorzuweisen. Klein von Statur,...
