Mein wunderbarer Waschsalon
Gustave Flaubert, 1851 von einer Orientreise heimgekehrt, schwärmte von der arabischen Tänzerin und Kurtisane Kutchuk Hanem, die ihm so völlig eins erschien mit sich selbst wie eine Katze. Der französische Schriftsteller beschrieb passagenlang ihre willkürlich und animalisch wirkenden Bewegungen, die Grace Ellen Barkey von zwei Männern tanzen ließ, Claude Godin und Eugenio Jimenez. Die beiden forderten einen hinreißenden Striptease heraus, damals entblößte sich Petra Bolte über dem Leib des Schauspielers Mil Seghers, und ein Gedicht von e.e. cummings wurde aufgesagt.
Diese so unverfrorene, so warmherzige Körperlichkeit und Ungeschütztheit ihrer ersten Choreografie «One» von 1992 wurde legendär. Als Grace Ellen Barkey später die Teetrinkerin im Stück «No Comment» ihres Lebensgefährten Jan Lauwers tanzte, thronte sie auf Knien im kostbaren Seidenkleid. An den Gelenken klimperte eine wilde Schmuckpracht, die Finger verselbstständigten sich wie im indischen Bharatanatyam. Der reich verzierte Helm, den sie trug, war ein Kunstwerk: Plättchen, Spiegel, kleine Antennen, ihr Kopf war übersät mit Geschmeide. Grace Ellen Barkey tanzte damals reinsten Exotismus. Und Flaubert und der ...
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Tanztheater Bremen
Für die Spielzeit 2010/11 sucht das Tanztheater Bremen/Urs Dietrich zwei professionelle männliche Tänzer mit guter klassischer und moderner Technik sowie Bühnenerfahrung. Anmeldung mit Lebenslauf bis 30. März bitte an das Tanztheater Bremen am Theater Bremen, Goetheplatz 1-3, 28203 Bremen oder an pstoeckemann@theaterbremen.de
Das Vortanzen findet...
Lieber Jochen Sandig,
ein Utopist wollen Sie sein. Als solcher jedenfalls präsentierten Sie Sasha Waltz‘ Idee des living archive. Und weil Sie die so leidenschaftlich vertreten, möchte ich Ihnen als dem nun Verantwortlichen antworten: Es gibt grundsätzlich gut gemeinte Ideen, die – nicht zu Ende gedacht – sich in ihr Gegenteil verkehren, und es gibt Utopien, die...
Tino Sehgal bespielt das frisch renovierte New Yorker Guggenheim Museum. Es steht leer, alles Materielle ist raus. Es bleibt der pure Mensch. Im berühmten Schneckenhaus stößt der Besucher nun auf diskutierwillige Kinder, Teenager, Erwachsene und Senioren, die ihn in Small Talk verwickeln. Der studierte Volkswirt und gelernte Tänzer hasst alles Materielle: Bilder,...
