Der Lichtarchitekt
Dominik Mentzos, brauchen wir noch Bilder?
Jede Zeit hat und braucht ihre Bilder. Wir brauchen weniger oberflächliche Bilder, wir brauchen Bilder, die einen berühren können!
Ihre eigenen Fotografien tun es, sie transportieren nicht nur Bewegung, Licht und Tiefe des Bühnenraums, sie schaffen eine neue künstlerische Ebene, könnten als Kunstwerke für sich stehen. Wenn man einen Blick auf sie wirft, sieht man zweierlei: dass es eine Arbeit von William Forsythe und ein Bild von Ihnen ist. Das ist eher selten.
Wie sind Sie Tanzfotograf geworden?
Geplant war es nicht. Ich habe in Dortmund Fotodesign studiert. Von Axel Werthmann, meinem Dozenten für Fototechnik, habe ich eine Aufgabe bekommen: «Available Light», also mit dem vorhandenen Licht zu fotografieren. Das war 1989. Das Schwierige im Theater ist, mit extremen Lichtkontrasten umzugehen. Und danach die hochempfindlichen Filme wie Fuji Neopan, die damals gerade herausgekommen waren, gut entwickeln zu können. Ich hatte in Frankfurt Forsythes «Gänge» gesehen, was ich spannend fand, und so bin ich einfach ins Theater gegangen – und hatte dreimal Riesenglück: Der Pförtner hat mich direkt zur Intendanz geschickt, die Sekretärin war gerade ...
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Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Fotografen, Seite 52
von
Anne Teresa De Keersmaeker, Herman Sorgeloos, wie kamen Sie beide zusammen?
Herman Sorgeloos: Alles begann mit dem «Kaaitheater Festival» in Brüssel und der Premiere von «Rosas danst Rosas» im Théâtre de la balsamine. Der damalige Festivalleiter Hugo De Greef schlug mich Anne als Fotograf vor, weil er meine Fotos von Jan Decortes «Mauser/Hamletmachine» kannte und...
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Der junge, gegen die Ballettkonvention rebellierende Choreograf Kostja setzt in John Neumeiers «Die Möwe» nach Anton Tschechows Komödie seinen Fuß auf das kleine Podium inmitten der Bühne. Zwischen Erfolgsrausch und Selbstzweifel schwankend, küsst er die Bretter, die ihm die Welt bedeuten. So ähnlich mag es dem 1971 als jüngstem Ballettchef nach Frankfurt berufenen...
