Obdachlos
Es war eigentlich ein schönes Szenario für das Leipziger Lofft. Im Juni endet der alte Mietvertrag mit dem Theater der Jungen Welt, man wollte umziehen und im September mit einem großen Festival die neue Spielstätte eröffnen: zwei moderne Säle in der Halle 7 des Spinnereigeländes. Doch daraus wird erst mal nichts.
Wie so oft bei öffentlichen Projekten hat sich einiges verzögert, zumal der Plan, so heißt es heute, ohnehin sehr sportlich war. Die Übergabe des Objekts ist derzeit für Ende September geplant.
Frühestens am Jahresende dürften die Baulichkeiten dann von allen städtischen Fachleuten abgenommen und alle Mängel behoben sein. Frühestens Ende März 2019 könnte das Lofft dann seinen Spielbetrieb aufnehmen: spät, sehr spät, und für einige Projekte zu spät.
Schon jetzt müssen von den 22 geplanten Premieren drei ausfallen, mindestens neun müssen verschoben werden. Interimsräume in der Stadt zu finden, ist angesichts der Kurzfristigkeit schwierig. Es ist schlicht alles ausgebucht, lediglich beim Theater der Jungen Welt konnte man sich für einige Performances einmieten.
Dirk Förster, Geschäftsführer des Lofft, ist vorsichtig optimistisch, die Herausforderungen zu meistern: «Wir ziehen zusammen mit den Verantwortlichen von Stadt und Spinnerei alle an einem Strang. Ich bin zuversichtlich, dass wir im März 2019 eröffnen werden. Wenn nicht, dann bräuchten wir unbedingt ein Interim, das dauerhaft funktioniert. Diese Entscheidung muss vor der Sommerpause 2018 fallen.»
Tanz Juni 2018
Rubrik: Side Step, Seite 25
von Torben Ibs
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