petenera
Da schreitet sie hin, die schöne Jüdin. Petenera heißt sie, eine Unnahbare, Unbekannte. Weit in die Vergangenheit reichen ihre Wurzeln, bis in die Zeit der Katholischen Könige, den von diesen erzwungenen Exodus der Juden, den dramatischen Auszug aus Spanien hinein in den Orient. Doch einige blieben, vielleicht auch jene Frau, die Jahrhunderte später zu einer populären – wenngleich historisch kaum erforschten – Tänzerin in Sevilla wird. Ob sie wirklich eine Jüdin war? Vermutlich nicht, aber künstlerisch wirkt es, deswegen ist sie eine.
Aus der Gegend von Cádiz könnte sie sein, immerhin gibt es da einen Ort namens Paterna de la Rivera. Dort hat man ihr auch ein Denkmal errichtet, vielleicht weil sie so verführerisch war.
Auf jeden Fall ist sie vielen, allzu vielen Männern zum Verhängnis geworden: «Quien te puso Petenera / no te supo poner nombre» heißt es in dem von Elena Marlowe und José Galván entworfenen Tanzstück: «Wer dich Petenera nannte, gab dir einen falschen Namen». Die Frau hätte anders heißen müssen. «Dame meines Herzens» etwa, weil ihr so viele Männer verfielen. Ein ruhiges, anmutiges Stück haben die Künstler daraus gemacht, besinnlich und mit verhaltener Dramatik.
D ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Hier ist München ganz weiß-blau. Die bayerischen Fahnen wehen. Ortsfremden Menschen baumeln weiß-blaue Tüten eines bekannten Fernsehkochs am Handgelenk. Das Hofbräuhaus saugt Besucher ein und spuckt sie wieder aus. Am Platzl ist das Probenzentrum des Bayerischen Staatsballetts. Auch wenn die Fenster geschlossen sind, hört man das Klavier oder die Musik, mit der...
Frida Kahlo (1907–1954) war nicht nur schön, sie war bildschön. Durch einen schweren Verkehrsunfall ans Bett gefesselt, beginnt die Tochter eines ungarnstämmigen Deutschen und einer Mexikanerin zu malen. In 55 ihrer 143 Gemälde porträtiert sie sich selbst. Stolz die Haltung, entschlossen der Gesichtsausdruck, markante Brauen, zusammengewachsen wie Vogelschwingen,...
Die Zusammenarbeit mit Gennadi Bogdanow, einem Dozenten für Biomechanik an der Russischen Theaterakademie, begann 1991 am Mime Centrum Berlin. Biomechanik nannte Wsewolod Emiljewitsch Meyerhold Anfang des letzten Jahrhunderts seine Methode als Eintrittskarte des Menschen ins wissenschaftliche Zeitalter. «Das erste Prinzip der Biomechanik: Der Körper ist eine...
